"Ehrenmord" an Tochter

1. Oktober 2003, 09:47
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48-Jähriger wurde von einem britischen Gericht zu lebenslanger Haftstrafe verurteilt

London - Ein in Großbritannien lebender irakischer Kurde, der seine Tochter wegen ihres "westlichen Lebensstils" mit einem Küchenmesser erstochen hatte, ist am Montag vom Londoner Kriminalgericht Old Bailey zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt worden. Die 16 Jahre alte Heshu hatte ihrem Vater Abdalla Yones nach Angaben des Gerichts damit gedroht, ihr Elternhaus zu verlassen.

"Bye Dad, es tut mir Leid, dass ich Dir so viel Ärger mache. Aber wir beide werden uns wahrscheinlich nie verstehen. Es tut mir Leid, dass ich nicht so geworden bin, wie Du es gerne wolltest. Aber es gibt Dinge, die man nicht ändern kann", hatte die Maturantin in einem Brief vor dem geplanten Verlassen des Elternhauses geschrieben. Am 12. Oktober 2002 erstach ihr Vater sie in der elterlichen Wohnung in West-London. Seine Richter bat der 48-Jährige, ihn wegen seiner "schrecklichen Tat" zum Tode zu verurteilen.

Nach Angaben von Scotland Yard-Ermittler Andy Baker sind im vergangenen Jahr in Großbritannien insgesamt zwölf Menschen Opfer von Verbrechen geworden, bei denen der Täter eine Verletzung seiner Ehre vermutete. (APA/dpa)

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