Gruner + Jahr läutet Generationswechsel im Vorstand ein

18. Oktober 2003, 10:24
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Bernd Buchholz und Torsten-Jörn Klein rücken Anfang 2004 in den Vorstand ein

Europas größter Zeitschriftenverlag Gruner + Jahr läutet im Vorstand einen Generationswechsel ein. Bis Ende 2004 werden Vorstandsbereiche neu strukturiert und neu besetzt, wie der Hamburger Verlag am Montag mitteilte. Anfang 2004 rücken Bernd Buchholz (41), Verlagsgeschäftsführer der G+J-Stern/Geo-Zeitschriftengruppe, und Torsten-Jörn Klein (39), Ex-Geschäftsführer des Berliner Verlags, in den Vorstand ein.

Der Zeitschriftenchef für die deutschen Objekte, Rolf Wickmann (58), scheidet aus dem Gremium aus. Er war seit 31 Jahren im Verlag tätig. Unter seiner Führung stieg die Zahl der Zeitschriftentitel im Inland in gut 20 Jahren von 17 Objekten auf mehr als 37 Magazine. Vorstandsmitglied Axel Ganz (66) gibt einen Teil des von ihm geführten internationalen Zeitschriftengeschäfts an Klein ab und bleibt selbst für das USA- und Frankreich-Geschäft zuständig.

Strategiewechsel

Martin Stahel (59) scheidet vertragsgemäß Ende 2004 aus dem Gremium aus. Sein Ressort Unternehmensentwicklung fällt dann in die direkte Zuständigkeit von dem seit November 2000 amtierenden Vorstandschef Bernd Kundrun. Als journalistisches Vorstandsmitglied bleibt Angelika Jahr im Gremium, die als Herausgeberin Zeitschriften wie "Schöner Wohnen" und "Essen & Trinken" verantwortet.

Im Frühjahr hatte Gruner + Jahr bereits einen Strategiewechsel eingeläutet. Die Orientierung auf Kosten und Erträge - was vor dem Hintergrund der Werbe- und Anzeigenkrise in den Medien auch bei G+J in den vergangenen beiden Jahren zu einem Sparprogramm und Arbeitsplatzabbau geführt hatte - wurde um eine Innovations- und Wachstumsoffensive ergänzt. So erschienen in Deutschland neue Titel wie die Frauenzeitschrift "Woman", der Stern-Ableger "Neon" für junge Leute oder erstmals Kochzeitschriften im Taschenformat.

Die durch die allgemeine Wirtschaftskrise mit Anzeigen- und Auflagenrückgängen besonders gebeutelte Wirtschaftspresse soll bei G+J strategisch zusammengefasst werden. In Deutschland gibt der Verlag Titel wie "Capital", "Impulse" und "Börse Online" heraus. Diese Titel werden operativ aus dem Verantwortungsbereich von Bernd Buchholz herausgelöst und Zeitungsvorstand Achim Twardy übertragen, der bereits für die Wirtschaftszeitung "Financial Times Deutschland" zuständig ist. Er koordiniert dann auch die internationale G+J- Wirtschaftspresse. In den USA ist G+J mit zwei Titeln ("Inc.", "Fast Company") vertreten und auch in Frankreich und Spanien präsent. (APA/dpa)

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