Nachfolger verzweifelt gesucht

5. Oktober 2003, 16:22
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53.000 Betriebe suchen einen Nachfolger: Jeder vierte Betrieb ist von der Übergabeproblematik betroffen

Wien - In den nächsten zehn Jahren stehen in Österreich bei rund einem Viertel der Unternehmen Unternehmensnachfolgen an. Laut KMU Forschung Austria werden von dieser Problematik rund 53.800 Klein- und Mittelbetriebe (KMU) mit insgesamt rund 460.000 Beschäftigten betroffen sein. Das sind rund 23 Prozent der Arbeitsplätze der Gewerblichen Wirtschaft, teilt das Institut am Montag, mit.

Am stärksten betroffen von der Thematik sind mit jeweils rund 28 Prozent der Unternehmen die Sparten Gewerbe und Handwerk sowie Transport und Verkehr. In der Industrie und der Sparte Information und Consulting ist der Anteil der Übergabefälle vergleichsweise mit rund 20 bzw. 14 Prozent am niedrigsten.

Mangelhafte Planung

Ursachen für das Scheitern von Unternehmensnachfolgen liegen primär in der mangelhaften Planung. In nur einem Fünftel der Fälle werde eine konkrete Planung vorgenommen, so die Forscher. Weitere Ursachen sind die Nicht-Inanspruchnahme von externer Beratung sowie die primär mangelnde berufliche Erfahrung der Nachfolger.

In Wien hat das Thema die größte Bedeutung. Rund 31 Prozent der Betriebe sind davon betroffen. Es folgen Salzburg und Tirol mit jeweils rund 27 Prozent der Betriebe. In allen anderen Bundesländern liegt der Anteil der zur Übergabe anstehenden Unternehmen unter dem Österreich-Schnitt, heißt es.

Zahl der Nachfolgen rückläufig

Die steigende Zahl der bevorstehenden Unternehmensnachfolgen sei auch darauf zurückzuführen, dass im Jahr 2002 - erstmals seit Jahren - die Anzahl der realisierten Unternehmensnachfolgen rückläufig war. Insgesamt wurde in rund 4.500 österreichischen Unternehmen die Unternehmensnachfolge erfolgreich gemeistert, heißt es. Diese Zahl entspreche dem langjährigen Durchschnitt, liege jedoch deutlich unter den Werten der letzten drei Jahre mit jeweils mehr als 5.000 Unternehmensübertragungen jährlich.

Die meisten Unternehmensnachfolgen finden mit 60 Prozent im Familienkreis statt, wenngleich der Anteil der Unternehmensübertragungen außerhalb der Familie kontinuierlich ansteige. Primärer Anlass ist der Generationenwechsel, also die Erreichung des pensionsfähigen Alters des Übergebers. (APA)

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