ÖH-Kritik an Pragmatisierung Brineks

6. Oktober 2003, 17:27
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VP-Wissenschaftssprecherin verteidigt ihr Vorgehen - Vorwürfe an Fakultät: Positive Gutachten absichtlich ignoriert

Wien - Als "klaren Fall von Postenschacher" und "schlichtweg skandalös" bewertet die Hochschülerschaft an der Universität Wien die Pragmatisierung von ÖVP-Wissenschaftssprecherin Gertrude Brinek als Assistenzprofessorin am Institut für Erziehungswissenschaft. Brinek scheine ganz nach dem Motto "Unireform ja, aber nur wenn sie für mich nicht gilt" zu handeln, hieß es in einer Aussendung am Montag. Die VP-Wissenschaftssprecherin selbst verteidigte ihr Vorgehen: In einer Aussendung meinte sie, dass einige Fakultätsmitglieder ihre Definitivstellung aus Unzufriedenheit mit der aktuellen Regierungslinie verhindern hätten wollen.

"Absichtlich ignoriert"

Sie habe ihr Ansuchen um Pragmatisierung knapp nach Inkrafttreten des neuen Uni-Lehrer-Dienstrechts eingebracht, betonte Brinek. Auf Basis dieses Dienstrechts könnten bis mindestens Ende 2004 bisher provisorisch definitiv gestellte Universitätslehrer bzw. Assistenten ohne Altersgrenze nach Vorliegen von zwei positiven Gutachten definitiv gestellt werden. Zur Bearbeitung ihres Antrags seien sogar fünf positive Bewertungen vorgelegen, die aber "von einigen Stellen absichtlich ignoriert" worden seien. "Einige Fakultätsmitglieder haben mir von Anfang an zu verstehen gegeben, dass sie ihr Möglichstes tun werden, um meinen Antrag nicht positiv zu erledigen, weil sie mit der aktuellen Regierungslinie nicht zufrieden waren", so Brinek.

Brineks Ansuchen wurde von der Universität auf Grund von Gutachten über ihre fachliche Qualifikation abgelehnt, vom Bildungsministerium hingegen genehmigt. Das neue Dienstrecht an den Unis sieht grundsätzlich keine Pragmatisierungen mehr vor, Überleitungsbestimmungen ermöglichen aber noch die Definitivstellung. (APA)

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