IT-Dienstleister erwarten frisches Konjunkturlüfterl

7. Oktober 2003, 11:24
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Auch Werbewirtschaft und Unternehmens- Dienstleister glauben an steigende Umsätze - Hälfte der Kleinstbetriebe ohne Eigenkapital

Anzeichen für eine Konjunkturbelebung orten die in der Sparte Information und Consulting zusammengeschlossenen österreichischen Dienstleister. IT-Firmen, die Werbung und Marktkommunikation sowie Industrie-Dienstleister sehen für die nächste Zeit eine bessere Auftragslage und steigende Umsatzerlöse, erklärte Hans-Jürgen Pollirer, Obmann der vor etwa einem Jahr ins Leben gerufenen Wirtschaftskammer-Sparte am Montag.

Motor

Die Sparte ist einer der "Gründer-Motoren" der österreichischen Wirtschaft. Allein im ersten Halbjahr 2003 sind hier knapp 3.600 neue Dienstleistungsbetriebe neu entstanden, hauptsächlich im Fachverband Unternehmensberatung und Informationstechnologie. Damit liegen die Freiberufler in der Gründerstatistik nur knapp hinter den Wirtschaftskammer-Organisationen für den Handel bzw. für Gewerbe/Handwerk. Diese beiden Sparten verfügen mit 169.000 (Handel) und 136.400 Mitgliedsbetrieben (Gewerbe) freilich über deutlich mehr Mitglieder als "Information und Consulting" (86.300).

Hälfte der Kleinstbetriebe ohne Eigenkapital

Die heimischen Informations- und Consultingbetriebe sind statistisch profitabler als viele andere österreichische Wirtschaftszweige, ergibt eine am Montag vorgestellte Studie der KMU Forschung Austria. Die Umsatzrendite von 2,7 Prozent liegt deutlich höher als in der Sachgütererzeugung (1,3 Prozent) oder gar in der Bauwirtschaft (0,5 Prozent). Von diesem Durchschnittswert sind die kleinsten Betriebe unter 500.000 Euro Jahresumsatz aber weit entfernt - sie machen einen statistischen Verlust von 1,9 Prozent des Umsatzes. Am ertragsstärksten sind nicht etwa die Großen der Branche, sondern die Betriebe mit einem Jahresumsatz zwischen 500.000 und 1 Mio. Euro. Knapp die Hälfte der Mitgliedsbetriebe bis 500.000 Euro Umsatz sind ausschließlich fremdfinanziert, stellt die Studie fest.

Um eine dickere Eigenkapitaldecke zu erlauben, sollen die Körperschaftssteuer für nicht entnommene Gewinne bei kleinen Kapitalgesellschaften auf 25 Prozent gesenkt und die Werbeabgabe endlich vollständig abgeschafft werden, verlangte Pollirer, der außerdem einen Steuerfreibetrag für die Kreativwirtschaft will. Dieser soll nach dem Vorbild des Forschungsförderungsfreibetrags konstruiert sein. Weitere Wünsche der Sparte beziehen sich auf Maßnahmen zur Flexibilisierung der Arbeitszeit, die Förderung von Breitband-Zugängen zum Internet und die Reform des Urheberrechts. (APA)

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