Auch Milchprodukte werden teurer

2. Oktober 2003, 17:54
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Lkw-Maut, Mineralölsteuer und teure Futtermittel belasten

Wien - Nach den angekündigten Preissteigerungen bei Brot, Mehl und Eiern wird der Konsument spätestens zu Jahresbeginn 2004 auch beim Einkauf von Milchprodukten tiefer in die Tasche greifen müssen. Der Preisanstieg werde sich vermutlich in der Bandbreite von drei bis fünf Prozent abspielen, sagte der Geschäftsführer der Bundesinnung des Nahrungs- und Genussmittelgewerbes, Reinhard Kainz, am Montag zur APA. Grund für die Preissteigerungen seien unter anderem teure Futtermittel, die Lkw-Maut und eine erhöhte Mineralölsteuer.

"Die österreichische Milchwirtschaft sieht sich mit deutlichen Kostensteigerungen konfrontiert, die spätestens zu Jahresbeginn 2004 zu Preisanpassungen im Handel bei Milch- und Käseprodukten führen werden", teilte die Bundesinnung des Nahrungs- und Genussmittelgewerbes in einer Pressemitteilung mit. Begründet wird der Preisanstieg mit den Dürre bedingten Ernteausfällen der Milchbauern und dem Preisanstieg bei Futtermittel. Der vor wenigen Wochen von der Futtermittelindustrie angekündigte Preisanstieg von zehn Prozent belaste die Milchbauern zusätzlich, da sie zum Eigenfutter vermehrt externe Futtermittel zukaufen müssten, so Kainz.

Entlastung nicht in Sicht

Auch für 2004 sei keine Kostenentlastung absehbar: Die Situation der heimischen Molkereien werde im kommenden Jahr durch die Erhöhung der Mineralölsteuer bei Diesel um zwei Cent pro Liter weiter erschwert, so Kainz weiter. Auch werde sich die zu Jahresbeginn in Kraft tretende Lkw-Maut (Road Pricing) mit Zusatzkosten niederschlagen. Einer Studie zufolge, die von Österreichs Milchwirtschaft in Auftrag gegeben und vom Institut für Transportwirtschaft und Logistik durchgeführt wurde, werde sich das Road Pricing und die erhöhte Mineralölsteuer mit einer Kostenbelastung von 1,92 Cent pro Kilogramm verkauftes Milchendprodukt auswirken, erklärte Kainz.

Die beiden größten österreichischen Molkereien Berglandmilch und NÖM hatten bereits Mitte September bestätigt, dass auf Grund der Lkw-Maut mit einem Anstieg der Zusatzkosten von 1,5 bis 4 Prozent zu rechnen sei. (APA)

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