COPD-Gefahr durch Hausarbeit

14. Oktober 2003, 14:11
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Putz- und Brennmittel sowie Aerosole von Lebensmitteln beim Kochen als Faktoren

Wien - Pro Jahr könnten die Invaliditätspensionen für Menschen mit chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) in Kanada, Frankreich, Deutschland, Japan, Italien, Spanien, Großbritannien und den USA 25 Milliarden Dollar kosten. - dies ergab eine vom Pharmkonzern Boehringer Ingelheim unterstützte Studie, die am Montag beim Europäischen Lungenkongress präsentiert wurde. Immer mehr gefährdet durch das Leiden sind Frauen, auch durch Belastungen im Haushalt.

"Frauen leiden bereits genau so häufig an COPD wie Männer. Sie sterben genau so häufig daran und sie sind auch genau so krank", erklärte die US-Expertin Sonia Buist am Montag bei einer Pressekonferenz im Austria Center Vienna. Der Grund dafür: Immer mehr Frauen rauchen, sie fangen damit auch früher in ihrem Leben an. Dem gegenüber geht der Zigarettenkonsum bei Männern bereits zurück.

Wie es zustande kommt

Frauen, die immer noch die Hauptlast der Hausarbeit tragen müssen, sind aber auch durch Belastungen im Haushalt in ihrer "Lungengesundheit" gefährdet. Die wichtigsten Faktoren dabei laut Dr. Cristina Mapp von der Universität Ferrara (Italien):

- Brennmaterialien, in den westlichen Industriestaaten führen Gasherde zu einer Stickoxidbelastung.

- Aerosole von Lebensmitteln bei der Zubereitung des Essens. Das geht bis hin zu Asthma-Anfällen, die durch Nahrungsmittelbestandteile herbeigerufen werden.

- In den USA kommt es jedes Jahr zu mehr als 20.000 Zwischenfällen mit Chlor-haltigen Putzmitteln.

- Putzmittelstäube, Reinigungssprays.

- Infektionen und Allergien durch Kontakt mit Haushaltsabfällen.

- Hinzu kommt noch eine allfällige Belastung durch Passivrauchen, der Frauen zumeist längere Zeit als Männer ausgesetzt sind. (APA)

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