Lungenkrebs: Früherkennung rettet Raucher

14. Oktober 2003, 14:11
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Computer-Spiraltomographie kommt mit geringen Strahlendosen aus

Wien - Die technische Entwicklung spricht für die Frühdiagnose von Lungenkrebs durch regelmäßige Untersuchungen. Das erlaubt die Computer-Spiraltomographie, die mit geringen Strahlendosen auskommt. In Varese in Italien konnten durch die Untersuchungen bereits Menschenleben gerettet werden.

"Wir haben unser Programm mit Rauchern bzw. Ex-Rauchern mit einem hohen Lungenkrebs-Risiko 1997 gestartet. Zwischen Mai 1997 und Jänner 2003 wurden 3.988 dieser Personen im Durchschnittsalter von 55 Jahren röntgenisiert", erklärte schon am Sonntag beim Europäischen Lungenkongress in Wien (bis 1. Oktober) Andrea Imperatori von der Universität Varese.

Schon bei der ersten Untersuchung wurden 37 Fälle von Lungenkrebs entdeckt, bei denen es noch keine Symptome gab. Im Rahmen von weiteren Untersuchungen wurden noch einmal 16 Lungenkrebs-Erkrankungen festgestellt.

Erfolge

Die Fachleute: "50 Prozent der Erkrankungen wurden damit noch im frühen Stadium I entdeckt. Das erhöhte die Überlebensrate der Patienten auf bis zu 70 Prozent." - Solche Erfolge haben sich auch schon in anderen derartigen Untersuchungen gezeigt. In einem späteren Stadium beträgt die Überlebenswahrscheinlichkeit von Lungenkarzinom-Patienten oft nur noch wenige Monate.

Mit der Low-Dose-Spiral-Computertomographie können sogar Veränderungen von einem halben Zentimeter Größe in der Lunge entdeckt werden. Noch ist allerdings nicht ganz klar, auf welche Personengruppen man diese Tests konzentrieren sollte.

In Zukunft könnte die Bestätigung eines solchen Verdachtes auch mit speziellen Bronchoskopie-Techniken durchgeführt werden. Laut einer Studie von Dr. Franz Stanzel von den Asklepios-Fachkliniken in Gauting in Deutschland sind hier Systeme mit fluoreszierendem Licht besonders gut geeignet. Dabei wird den Untersuchten eine Sonde in die Bronchien eingeführt, mit der nach verdächtigen Veränderungen gefahndet wird. Die Computertomographie-Untersuchungen bringen nämlich häufig unklare Befunde, die dann durch weitere Tests bestätigt werden müssen. (APA)

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