Disney geht ganz zu computer- generierten Zeichentrickfilmen über

7. Oktober 2003, 11:31
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Der Abschied von den klassischen handanimierten Cartoons scheint unwiderruflich gekommen zu sein

Walt Disney, Pionier bei den handanimierten Zeichentrickfilmen, plant in Zukunft in erster Linie computeranimierte Filme zu drehen, wie die Los Angeles Times berichtet. Lediglich zwei Filme in Disneys Programm sind noch auf traditionelle Weise gestaltet: "Brother Bear", das in den USA am 1. November startet, und "Home on the Range", das sich gerade in der Nachbereitungsphase befindet und 2004 in die Kinos kommen soll. Die Produktionskosten je Film belaufen sich auf 100 Millionen Dollar.

Trendwende

Die Abkehr Disneys vom handgemachten Animationsfilm zum computergenerierten Zeichentrickfilm spiegelt eine allgemeine Wende der Hollywood-Studios zum computeranimierten Film wider. "Die Erwartungen der Zuseher sind von einer neuen Art der Animation beeinflusst, die drei Dimensionen hat", so Jeffrey Logsdon, Medienanalyst bei Harris Nesbitt Gerard. Zwei aufwändige traditionell animierte Zeichentrickfilme floppten zuletzt an den Kinokassen: Disneys "Treasure Planet" und Dream Works "Sinbad: Legend of the Seven Seas". Computergenerierte Blockbuster wie "Finding Nemo" und "Shrek" waren dagegen äußerst erfolgreich.

Konsequent

Auch DreamWorks http://www.dreamworks.com zog seine Konsequenzen und hat sich vom traditionellen Zeichentrickfilm abgewendet. "Bis das Publikum nicht ein wenig Begeisterung für 2D zeigt, werden wir keine derartigen Filme mehr produzieren", so DreamWorks-Sprecherin Terry Press.

Rauswurf

Disney hat in den vergangenen zwei Jahren mehr als 700 Jobs in seiner Animations-Sparte gestrichen und beschäftigt gegenwärtig noch rund 1.000 Mitarbeiter. Auch die Gehälter der Trickfilmzeichner wurden zwischen 30 und 50 Prozent reduziert. Die Kürzungen wurden nicht nur durch den Wechsel zum digitalen Film verursacht, sondern auch durch immer größer werdende Produktions- und Laborkosten. Erst vergangene Woche schloss Disney sein Animations-Büro in Tokio, was 103 Mitarbeitern ihren Arbeitsplatz kostete. Das Animations-Studio in Paris mit 89 Mitarbeitern wurde im Sommer zugesperrt, ebenso das Studio in Orlando mit 50 Mitarbeitern. (pte)

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