"Wunderteam" wieder aktiviert

1. Oktober 2003, 12:43
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Bei der Robo-Fußball-WM in Wien gelten die Koreaner als Favoriten - Die Vier Österreicher gehen ins Rennen

Wien - Mit einer "Exhibition" zwischen dem österreichischen "Wunderteam" um Hiden, Sindelar, Nausch und Zischek gegen die "Austrian All Stars" mit unter anderem Zeman, Happel und Ocwirk ist am Montag Vormittag die Roboter-Fußball-Weltmeisterschaft am Wiener Messegelände (Halle C) eröffnet worden. Mehr als 100 Mannschaften aus 21 Staaten kämpfen dabei bis 3. Oktober in mehreren Kategorien um die Titel. Die einzelnen Klassen unterscheiden sich in Größe, Bauart und Anzahl der mitspielenden Roboter - als Favoriten gelten die Teams aus Korea und China, Konkurrenz für Österreich in Europa kommt vor allem aus Slowenien.

Die österreichischen Mannschaften treten alle in der so genannten "Mirosot"-Klasse an. Dabei spielen würfelförmige Roboter mit einer Kantenlänge von maximal 7,5 Zentimeter und einem Gewicht von 600 Gramm, und zwar zu Mannschaften von jeweils drei (Small League), fünf (Middle League) und - erstmals bei einer WM - sieben Spielern (Large League). Ein Spiel dauert zwei mal fünf Minuten, das Spielfeld ist - je nach Mannschaftsstärke - zwischen 1,5 und 2,5 Meter lang und 1,3 bis 2,2 Meter breit. Gespielt wird mit einem orangefarbenen Golfball. Die Leistungen sind dabei beachtlich - die "Spieler" beschleunigen auf bis zu 18 Kilometer pro Stunde.

Menschen dürfen nicht eingreifen

Wer bei Robo-Fußball an Maus- oder Joystick-Akrobaten hinter dem Computer bzw. dem Spielfeld denkt, ist an der falschen Adresse: Während des Spiels dürfen die Menschen nicht eingreifen - die farblich markierten "Spieler" müssen vom Mannschafts-Computer, einem handelsüblichen PC, völlig autonom gesteuert werden. Dazu ist etwa zwei Meter über dem Spielfeld eine Kamera angebracht, die pro Sekunde bis zu 60 Bilder an den Rechner übermittelt. Das ermöglicht dem Computer, die Position der eigenen und der gegnerischen Spieler zu "sehen" und den Robotern seiner Mannschaft über Funk die entsprechenden Bewegungsbefehle zu senden. Die Trainer bestimmen vor den Matches nur die Strategie - also ob zum Beispiel mit Viererkette oder Libero gespielt wird.

"High-Tech transparent machen"

Das spielerische Element sei dabei eine Möglichkeit, "High-Tech transparent zu machen", betonte Univ.-Prof. Peter Kopacek vom Institut für Handhabungsgeräte und Robotertechnik der veranstaltenden Technischen Universität (TU) Wien bei der Eröffnung der Titelkämpfe: "Es ist ein alter Traum der Menschheit, das Verhalten von Menschen mit dem Computer zu simulieren". Die Robo-Fußballer sind ein Anwendungsbeispiel für so genannte "Multi-Agenten-Systeme" (MAS), intelligente Roboter, die kooperativ und koordiniert zusammenarbeiten, um eine Aufgabe gemeinsam zu lösen - in Zukunft etwa das Zusammenbauen eines Autos oder das Aufspüren oder Entschärfen von Minen. Dabei müssen sie aber in der Lage sein, autonom zu agieren, um untereinander kommunizieren zu können.

Noch nicht ganz ausgereift sind allerdings die mit Spannung erwarteten menschenähnlichen Roboter in der "Hurosot"-Klasse: Sie haben zeitweise noch Probleme, auf den Beinen zu bleiben und beschränken sich bei den Bewerben auf einen Wettlauf und ein Penalty-Schießen. (APA)

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    Wer bei Robo-Fußball an Maus- oder Joystick-Akrobaten hinter dem Computer bzw. dem Spielfeld denkt, ist an der falschen Adresse: Während des Spiels dürfen die Menschen nicht eingreifen

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