Rückkehr der USA

6. Oktober 2003, 00:18
posten

Unter Regierung Reagan trat man aus der Kulturorganisation aus - Begründung damals: ineffiziente Arbeit und Dominanz blockfreier Staaten

Paris - Mit dem Wiederbeitritt der USA hat am Montag in Paris die diesjährige Konferenz der UN-Organisation für Bildung, Wissenschaft und Kultur (UNESCO) begonnen. In Anwesenheit von Laura Bush, der Ehefrau von US-Präsident George W. Bush, wurde am Nachmittag vor dem UNESCO-Sitz feierlich die amerikanische Flagge gehisst. Nach einem Treffen mit dem französischen Präsidenten Jacques Chirac lobte Laura Bush zuvor die "enge und intensive" Freundschaft zwischen beiden Ländern und fügte hinzu: "Ich weiß, dass man Meinungsverschiedenheiten haben und trotzdem Freunde bleiben kann."

Unter Reagan verließ die USA die Kulturorganisation

Die USA hatten die Organisation 1984 auf Entscheidung des damaligen Präsidenten Ronald Reagan verlassen. Sie warfen ihr Misswirtschaft sowie zu großen Einfluss der Sowjetunion und der blockfreien Länder vor. Nach internen Reformen der UNESCO kündigte die Bush-Regierung im September 2002 die Rückkehr der USA an. Damit hat die UNESCO künftig 190 Mitgliedsländer. Die USA tragen 22 Prozent des Budgets der Organisation, das für 2004/2005 rund 610 Millionen Dollar (etwa 532 Millionen Euro) beträgt.

32. Vollversammlung dauert gute zwei Wochen

Die rund 3.000 Delegierten wollen auf der zweieinhalbwöchigen 32. Vollversammlung unter anderem die Erneuerung der 30 Jahre alten UNESCO-Konvention zum Schutz des kulturellen Erbes diskutieren. Künftig sollen Länder nicht nur Bau- und Naturdenkmäler für die UNESCO-Liste anmelden können, sondern auch Sprachen, Kunst, Rituale, Sitten und traditionelle Handwerksformen. Ein weiteres Thema ist der Entwurf einer Deklaration zur kulturellen Vielfalt, der Staaten das Recht auf Förderung ihrer kulturellen Eigenheiten zuspricht.

Deklaration zum menschlichen Erbgut

Der Konferenz liegt zudem der Entwurf einer Deklaration zum menschlichen Erbgut vor. Angesichts einer zunehmenden Zahl von Gendatenbanken soll sie Grundregeln für den Umgang mit diesen Daten festlegen.

Bedeutung der Bildung für die Entwicklung der Menschheit

Die philippinische Staatspräsidentin Gloria Macapagal-Arroyo und ihr italienischer Kollege Carlo Ciampi hoben auf der Versammlung die Bedeutung der Bildung für die Entwicklung der Menschheit hervor. Bildung sei der Schlüssel im Kampf gegen die Armut, sagte Arroyo. Ciampi bezeichnete Bildung als notwendige Voraussetzung des Friedens. (APA/dpa)

Link

UNESCO

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Jaques Chirac weist der amerikanischen First Lady den Weg zurück in die UNESCO.

Share if you care.