Die Welt wird immer schlimmer

1. Oktober 2003, 09:53
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Thomas Gottschalk beklagt Werteverfall der Gesellschaft - Amerika sei viel züchtiger als das sittenlose Europa

Hamburg - Fernsehmoderator Thomas Gottschalk (53) macht sich Sorgen über den seiner Meinung nach zunehmenden Werteverfall der Gesellschaft. "Die Werte sind völlig verrutscht", sagte Gottschalk im einem Interview mit der "Bild am Sonntag". Am kommenden Samstag kehrt der Entertainer nach sechs Monaten Pause mit seiner Show "Wetten, dass...?" auf den Bildschirm zurück.

"Die Eltern atmen heute schon durch, wenn ihre Kinder zu Hause vor dem Computer sitzen und nicht irgendwo rumgifteln, sich den Hintern zutätowieren lassen oder einem Kult verfallen", sagte Gottschalk. Als Vater mache es ihm Sorgen, dass Kinder so wenig lesen. "Mein großer Sohn hat erst zehn Bücher gelesen", sagte Gottschalk: "In seinem Alter hatte ich vielleicht 200 durch, einschließlich der "schönsten Sagen des klassischen Altertums"." Seit 1997 lebt Gottschalk mit Ehefrau Thea und seinen beiden Söhnen Roman (20) und Tristan (14) in Malibu im Bundesstaat Kalifornien.

Wenn sein jüngster Sohn in Deutschland zu Besuch ist, empfinde er das Land als "ein großer Pornoland", sagte Gottschalk. "Auf allen Kanälen säuseln spärlich bis gar nicht bekleidete Damen ihre Telefonnummern in den Äther. Da ist Amerika sehr viel züchtiger." Seine Ansicht nach haben die Lehrer in den Schulen kaum Chancen, die Situation zu verbessern: "Die sind doch chancenlos. Da sitzen 40 Nasen, die sich nur für MTV oder SMS interessieren und du sollst ihnen etwas über DNS oder NSDAP erzählen." Bei dem Versuch, Kindern die sittlichen Werte fürs Leben zu vermitteln "kannst du nur noch die weiße Flagge hissen", sagte der Showmaster. (APA/dpa)

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    "Die Eltern atmen heute schon durch, wenn ihre Kinder zu Hause vor dem Computer sitzen und nicht irgendwo rumgifteln, sich den Hintern zutätowieren lassen oder einem Kult verfallen" - So sprach Gottschalk

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