Wiener Fußball gibt weiter den Ton an

2. Oktober 2003, 11:52
59 Postings

Rapid behält unter kräftiger Mithilfe von Schiedsrichter Hofmann vier Punkte Vorsprung auf Lokalrivalen Austria - Trainingspause für Flögel

Wien - Tabellenführer Rapid und Meister Austria haben am Sonntag zum Abschluss der 11. Runde der T-Mobile-Bundesliga bestätigt, dass Wien derzeit die Fußball-Hauptstadt Österreichs ist. Die Grün-Weißen, mit 23 Volltreffern das torgefährlichste Team des Landes, bezwangen mit Glück und Schiedsrichterhilfe Pasching auswärts 2:1, die Violetten, mit nur sieben Gegentoren das Abwehrbollwerk der Liga, schossen zu Hause den FC Kärnten trotz schwacher erster Hälfte 3:0 ab.

Hofmann: "Ziel bleibt UEFA-Cup"

Rapid hat den Pasching-Fluch erfolgreich abgelegt und die Oberösterreicher erstmals auch auswärts besiegt. Der Polster auf den Erzrivalen Austria beträgt vier Punkte, vom Titel will in Hütteldorf aber nach wie vor niemand sprechen. "Unser Ziel ist und bleibt der UEFA-Cup", stellte SCR-Kapitän Steffen Hofmann klar. Der 1:0-Torschütze (Elfmeter) ergänzte aber auch: "Wir sind immer noch vorne und es wäre doch seltsam, wenn ich sagen würde, dass wir gegen den Abstieg spielen."

Rapids zwölfter Mann

Aber nicht nur Steffen Hofmann, sondern auch Schiri und Namensvetter Louis Hofmann sorgte dafür, dass Rapid auf die Siegerstraße gelangte. Pasching-Stürmer Mayrleb wurde ein früher Treffer (2.) fälschlicherweise wegen Abseits aberkannt, wenig später entschied der Referee bei einem zumindest schwalbenverdächtigen Sturz von Prisc auf Elfmeter für die Gäste. "Vielleicht haben wir von Referee-Entscheidungen profitiert, aber im Laufe einer Saison gleicht sich so etwas aus", gestand Rapid-Coach Josef Hickersberger, der jedoch von einem verdienten Sieg sprach: "Wir waren 90 Minuten lang die klar bessere Mannschaft."

Austrias Offensiv-Abteilung wurde ihrem Namen gerecht

In Wien-Favoriten schoss sich die nach dem 1:2 gegen Dortmund gescholtene Offensivabteilung den Frust von der Seele. Rushfeldt stellte per Kopf auf 1:0, der 85 Minuten auf der Bank schmorende Gilewicz donnerte in der Nachspielzeit als "Sahnehäubchen" einen herrlichen Volley in die Maschen (96.). "Wir haben endlich die entscheidenden Chancen verwertet", freute sich Trainer Joachim Löw, der aber noch lange nicht zufrieden ist.

Vastic in Ungnade gefallen

"Das ist nicht das Ende der Fahnenstange. Denn wir betreiben unglaublichen Aufwand ohne großen Erfolg, sind zu wenig in der Gefahrenzone und zu wenig zwingend", bemängelte der Deutsche, der den direkten Weg zum Tor sucht. Zu den Verlierern des Sonntagnachmittags zählten nicht nur die Kärntner (Torjäger Maric: "Es wird höchste Zeit, dass wir punkten"), denn der bemühte, aber glücklose Austria-Neueinkauf Ivica Vastic verspielt immer mehr Kredit beim Austria-Anhang.

Kärnten unter Zugzwang

"Ivo raus" forderten die violetten Fans und Löw erhörte sie, nahm den grippegeschwächten Vastic nach 55 Minuten vom Feld. "Ivo sind diesmal nicht viele Aktionen gelungen, es war in dieser Phase das Richtige, ihn aus dem Spiel zu nehmen", so Löw. Sein Gegenüber Hannes Haubitz sprach von einer "zu hohen Niederlage" und schwor sein Team (Tabellen-Neunter) auf die kommenden drei Begegnungen - jeweils zu Hause gegen Admira, Sturm und Mattersburg - ein: "Da müssen wir endlich punkten."

Trainingspause für Flögel

Eine Woche Trainingspause wurde Austria-Mittelfeldspieler Thomas Flögel verordnet. Der ÖFB-Teamkapitän wurde von einem Ball wuchtig am Kopf getroffen und erlitt eine schwere Gehirnerschütterung. "Ich kann mich an nichts erinnern", meinte Flögel, der eine Stunde lang unansprechbar war und die Nacht von Sonntag auf Montag zur Kontrolle in der Döblinger Privatklinik verbrachte. Für die Partie am Freitag in Bregenz ist Flögel derzeit kein Thema.(APA)

  • Martin Hiden (Rapid/links) gegen Thomas Pichlmann von A
Pasching.

    Martin Hiden (Rapid/links) gegen Thomas Pichlmann von A Pasching.

Share if you care.