"Raucherbronchitis" als Alterungsprozess

14. Oktober 2003, 14:11
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Spanische Wissenschafter verglichen Raucher mit COPD und Nichtbetroffene

Wien - 600 Millionen weltweit Betroffene und pro Jahr an die drei Millionen Todesopfer. Das sind derzeit schon die Folgen der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD), bei der - zu 90 Prozent bei Rauchern - die Entwicklung von der "Raucherbronchitis" bis hin zum Empyhsem (Lungenblähung) geht. Spanische Wissenschafter haben bei Betroffenen einen Mechanismus entdeckt, der dabei eine Rolle spielen dürfte: Eine schnellere Alterung des Gewebes.

"Die Lungenfunktion nimmt mit dem normalen Alterungsprozess ab. Das liegt daran, dass die Zellen der Lunge nur eine begrenzte Teilungsfähigkeit haben", erklärte am Montag Dr. Morla Busquets (Palma de Mallorca).

Die Ursache

Die eigentliche Ursache dafür liegt offenbar in einer Verkürzung der Telomer-Kappen der Chromosomen der Zellen. Mit jeder Teilung werden diese "Kappen" kürzer. Ist ein kritischer Punkt erreicht, kommt es zu keiner Zellteilung mehr.

Die spanischen Wissenschafter versuchten das bei Rauchern mit chronisch obstruktiver Lungenerkrankung und Rauchern ohne dieses Leiden zu beweisen. Sie entnahmen Probanden Blutproben und untersuchten die Telomer-Länge.

Der spanische Wissenschafter: "Wir haben dabei festgestellt, dass die Länge dieser Telomere bei Patienten mit COPD um 30 Prozent kürzer sind als bei Rauchern ohne die Krankheit. Es sieht also danach aus, als würde die chronisch obstruktive Lungenerkrankung auch eine schnellere Alterung bedeuten." (APA)

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