Neue Hochburgen der Parteien

29. September 2003, 11:25
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Und zum Teil unerwartete Einbrüche für die FPÖ

Innsbruck - Die Tiroler Landtagswahl vom Sonntag hat für VP, SPÖ und Grüne neue Hochburgen gebracht. Die Freiheitlichen mussten auch in Gemeinden mit bisher großem blauem Wählerpotenzial deutlich ablegen. Die Wahlbeteiligung lag im städtischen Bereich deutlich unter dem ohnedies bereits niedrigen Wert von nur noch 60,34 Prozent. In Innsbruck betrug sie 53,91 Prozent.

Die Volkspartei musste gleich in drei Bezirken Rückgänge hinnehmen. In Landeck verlor sie 1,96 Prozentpunkte und kam auf 56,55 Prozent, in Reutte 1,25 Prozentpunkte (56,98 Prozent) und in Lienz 0,72 Prozentpunkte (62,87 Prozent). In der Bezirksstadt Reutte wurde sie von der SPÖ, die dort auch den Bürgermeister stellt, auf Platz zwei verwiesen. Den stärksten Gewinn verzeichnete sie in Schwaz mit 5,55 Prozentpunkten (53,02 Prozent).

Eine 100-Prozent-Gemeinde, wie bei der letzten Nationalratswahl, schaffte die VP bei diesem Urnengang nicht. Mit Werten über 90 Prozent lag sie nur in Klein- bzw. Kleinstgemeinden wie Gramais, Hinterhornbach oder Kaisers. Die größten Verluste gab es in SP-dominierten Hochburgen wie Rum, Fliess oder der Industriegemeinde Jenbach.

Ihr bestes Bezirksergebnis erreichte die SPÖ in Landeck, wo sie auf über 30 Prozent der Stimmen kam. In der Heimatgemeinde ihres dortigen Spitzenkandidaten Hans-Peter Bock in Fliess erreichte sie sogar 66,16 Prozent (plus 35,45 Prozentpunkte), die ÖVP musste sich dort mit 29,6 Prozent zufrieden geben und verlor 28,5 Prozentpunkte.

Die Freiheitlichen konnten ihr bestes Ergebnis in einer früheren Hochburg, in Rattenberg, mit 22,81 Prozent erzielen. Sie verloren dort aber 16,27 Prozentpunkte. Ähnlich hoch waren die Verluste in Kufstein (15,96 Prozentpunkte) oder Kitzbühel (minus 14,7 Prozentpunkte), wo sie ihren einzigen blauen Ortschef des Landes stellen. Im Reigen der 279 Gemeinde gab es bei dieser Wahl nur drei Orte mit einem "+" vor dem Ergebnis.

Die Grünen bauten ihre Vormachtstellung in Innsbruck und den Umlandgemeinden aus. Das beste Ergebnis erzielten sie in Sistrans südlich von Innsbruck mit 32,57 Prozent (plus 14,27 Prozentpunkte). In Innsbruck kamen sie auf 26,92 Prozent und legten damit gegenüber 1999 um 13,31 Prozentpunkte zu. In nur fünf (Kleinst-)Gemeinden gab es dieses Mal ein Minus vor dem Grünen-Ergebnis. (APA)

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