Erster zweistelliger Zuwachs für die SPÖ

1. Oktober 2003, 16:18
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Bei 116 Landtagswahlen nur sechs Zuwächse und elf Verluste über zehn Prozentpunkten

Wien - Der SPÖ ist bei der gestrigen Landtagswahl in Oberösterreich ihr erster zweistelliger Zuwachs bei einer Landtags- oder Nationalratswahl seit 1945 gelungen. Insgesamt sind zweistellige Veränderungen eher rar: Bei den bisher 116 Landtagswahlen der Zweiten Republik konnte nur sechs Mal eine Partei ihr Ergebnis um mehr als zehn Prozentpunkte verbessern. Die zweistelligen Verluste waren mit elf etwas häufiger.

Die SPÖ hat bis zur gestrigen Wahl noch nie ein zweistelliges Plus oder Minus bei einer Landtagswahl eingefahren. Bei den Zuwächsen über zehn Prozentpunkte dominiert die FPÖ: Vier Mal konnte sie sich in der Ära Jörg Haider zweistellig verbessern. Jörg Haider selbst hält auch den Rekord: Seine plus 13,0 Prozentpunkte des Jahres 1989 in Kärnten sind bisher unerreicht. In der ÖVP schaffte es bei Landtagswahlen bisher nur Waltraud Klasnic 2000 in der Steiermark mit plus 11,0 Prozentpunkten.

Bei den Verlusten liegt die ÖVP vorne: Sieben Mal - davon fünf Mal im Jahr 1949 - verlor sie mehr als zehn Prozentpunkte. Auch das größte Minus geht auf das Konto der Volkspartei: 1989 büßte die Tiroler Volkspartei unter Alois Partl 15,9 Prozentpunkte ein. Die Freiheitlichen haben drei ihrer vier zweistelligen Landtagswahl-Verluste heuer, nach der Neuauflage von Schwarz-Blau auf Bundesebene, erlitten.

Die größten zweistelligen Veränderungen der Zweiten Republik brachte die Nationalratswahl 2002: 15,4 Prozentpunkte Plus bescherte sie der ÖVP und 16,9 Prozentpunkte Minus der FPÖ. (APA)

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