Herbstlohnrunde: Metaller übergeben Forderungspaket

1. Oktober 2003, 21:15
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Absatzrückgang in der Industrie - Metallbereich hat deutlich besser abgeschnitten

Wien - Heute fällt für rund 180.000 Metallarbeiter und Industrieangestellte der Startschuss für die heurige Herbstlohnrunde. Um 13 Uhr übergeben Metaller-Chef Rudolf Nürnberger und Angestellten-Verhandler Karl Proyer den Arbeitgebern vertreten durch Hermann Haslauer und Christoph Hinteregger in der Wirtschaftskammer (WKÖ) ihr Forderungspaket. Im Anschluss daran finden die traditionellen Wirtschaftsgespräche statt. Verhandelt wird dann am 10. und am 20. Oktober. Der Abschluss der Metaller hat traditionell Signalwirkung für alle weiteren KV-Abschlüsse.

Für Metaller-Chef Rudolf Nürnberger steht die Absicherung des Lebensstandards der Beschäftigten im Vordergrund. Darüber hinaus wollen die Sozialpartner im Rahmen der Kollektivvertragsverhandlungen ein gemeinsames Entgeltschema für Arbeiter und Angestellte finalisieren.

Kräftige Sprünge nicht erwartet

Kräftige Lohn- und Gehaltssprünge dürften heuer aber auf Grund der schwächelnden Konjunktur nicht ausgehandelt werden. Das Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) geht in seiner jüngsten Prognose für 2004 von einem Wachstum von 1,4 Prozent und von einer Inflationsrate von 1,2 Prozent aus.

Darüber hinaus musste die Industrie laut einer anlässlich der KV-Verhandlungen von den Sozialpartnern in Auftrag gegebenen Schätzung der Statistik Austria in den Monaten Jänner bis Mai einen Absatzrückgang von bis zu 3,6 Prozent hinnehmen, wobei der Metallbereich deutlich besser abgeschnitten hat. Rückläufig war im Berichtszeitraum auch die Zahl der unselbstständig Beschäftigten und zwar um bis zu 2,9 Prozent im Februar.

Im Vorjahr einigten sich die Sozialpartner nach langen schwierigen Verhandlungen per 1. November auf eine Erhöhung der Ist-Löhne um 2,2 Prozent und der Mindestlöhne um 2,3 Prozent. Zusätzlich wurde eine Einmalzahlung von 110 Euro vereinbart. Wie schon in den vergangenen beiden Jahren wird für die rund 53.000 Arbeiter und Angestellten der Elektroindustrie gesondert verhandelt. (APA)

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