Saddam von eigenen Wissenschaftern getäuscht?

30. September 2003, 10:38
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Time: Irakische Forscher haben irakischem Ex-Diktator womöglich verschwiegen, dass ihre Arbeit nicht vorankommt

New York - Der frühere irakische Machthaber Saddam Hussein könnte einem US-Medienbericht zufolge bei der Entwicklung von Massenvernichtungswaffen von seinen eigenen Wissenschaftern getäuscht worden sein. Westliche Geheimdienste hätten Hinweise darauf, dass die ehemalige irakische Regierung Programme zur Herstellung von ABC-Waffen gestartet hätte, berichtete das US-Nachrichtenmagazin "Time" (Montag-Ausgabe). Saddam Hussein habe ein "lebhaftes Interesse" am Fortschritt dieser Programme gehabt. Seine Forscher hätten ihm aber womöglich verschwiegen, dass ihre Arbeit nicht vorankomme.

Das Magazin beruft sich in seiner Darstellung weiter auf Aussagen von Funktionären der früheren irakischen Führung. "Wenn wir Massenvernichtungwaffen besessen hätten, hätten wir sie eingesetzt. Wir wollten sie, hatten sie aber nicht", sagte demnach ein Ex-Offizier. Die Aussagen der Verantwortlichen ließen den Schluss zu, dass der Irak seine Massenvernichtungswaffen in den 90er Jahren zerstört und niemals wieder neu entwickelt habe, berichtet "Time". Entsprechende Unterlagen seien vernichtet worden.

Die angebliche Bedrohung durch irakische Massenvernichtungswaffen war für die USA und Großbritannien Hauptgrund für den Irak-Krieg. Mit der Suche beauftragte Experten konnten bisher keinen Beweis für Bio-, Chemie- oder Atomwaffen in dem besetzten Land finden. (APA)

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