FPÖ-Verluste werden unter Schwarz-Blau immer größer

7. Oktober 2003, 17:46
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Opposition profitiert von der Neuauflage der ÖVP-FPÖ-Bundeskoalition

Wien - Einen Wahlverlust nach dem anderen muss die FPÖ hinnehmen, seit sie im Jahr 2000 mit der ÖVP auf Bundesebene die schwarz-blaue Koalition bildete und Jörg Haider den Bundesparteivorsitz an Susanne Riess-Passer übergab. Den bisher größten Verlust erlitt sie bei der Nationalratswahl - mit Parteichef Herbert Haupt - im Vorjahr. Bei den Landtagswahlen werden die Verluste von Wahl zu Wahl größer. Kein einheitliches Bild gibt es bei der ÖVP: Die Nationalratswahl im Vorjahr bescherte ihr einen triumphalen Sieg. Bei den seit dem Jahr 2000 sechs Landtagswahlen hat sie einmal leicht verloren, drei Mal nicht allzu viel und zwei Mal deutlich zugelegt.

Zweistellige Einbußen für FPÖ

Die Verlustserie der FPÖ wurde durch die Wiederauflage der schwarz-blauen Koalition im heurigen Jahr verstärkt: Seither hat sie bei jeder Wahl zweistellige Einbußen erlitten und ist bei den drei Landtagswahlen hinter die Grünen zurückgefallen. Den größten Einbruch auf Landesebene musste sie bei der Landtagswahl in Oberösterreich heute, Sonntag, mit minus 12,23 Prozentpunkten hinnehmen.

Bei der ÖVP ist auch in der zweiten schwarz-blauen Koalition das Bild bei Landtagswahlen gemischt: In NÖ gewann sie triumphal die absolute Mehrheit. Pensionsreform, Abfangjägerkauf und Voest-Privatisierung waren damals allerdings im Bund noch nicht beschlossen. Bei den beiden Wahlen des heutigen Sonntag blieb sie - obwohl sie in Tirol die Absolute in Mandaten schaffte - hinter den Erwartungen zurück.

Opposition profitiert von der ÖVP-FPÖ-Bundeskoalition

Die Opposition kann von den unpopulären Maßnahmen und internen Auseinandersetzungen des Kabinetts Schüssel II deutlich profitieren: Die SPÖ legte bei den drei Landtagswahlen bisher deutlich zu, in Oberösterreich schaffte sie heute sogar den größten Zuwachs der letzten Landtagswahl-Runde. Bei der ersten Landtagswahl nach der Bildung der ersten ÖVP-FPÖ-Bundeskoalition im Oktober 2000 in der Steiermark musste sie - beim damaligen Triumph der VP-Landeshauptfrau Waltraud Klasnic - noch ein Minus hinnehmen. Im Jahr darauf gelang es der Wiener SPÖ aber bereits, die absolute Mehrheit (in Mandaten) zurückzuerobern.

Die Grünen haben seit dem Jahr 2000 bei allen Wahlen dazugewonnen. Die Neuauflage von Schwarz-Blau öffnete ihnen in den Ländern den Weg auf Platz 3: In Niederösterreich, Oberösterreich und Tirol sind sie nun drittstärkste Landtagsfraktion.

Auch bei den Gemeinderatswahlen - die freilich stark von lokalen Ereignissen und Persönlichkeiten beeinflusst sind - zeigt sich klar das mittlerweile gewohnte Bild: ÖVP, SPÖ und Grüne gewinnen dazu, die FPÖ verliert. (APA)

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