Tüfteln an Ideen gegen den Elektroschrott

5. Oktober 2003, 19:49
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KERP sucht mit Partnern nach Lösungen

Die Zeit drängt: Beginnend mit 2005 treten zwei neue EU-Richtlinien in Kraft, die Produktion und Verwertung von Elektrogeräten vor neue Herausforderungen stellen. Alte Radios, Handys, Mixer oder CD-Spieler müssen ab diesem Zeitpunkt gesammelt, verwertet und entsorgt werden und dürfen nicht mehr im Restmüll landen. Außerdem müssen die Geräte frei von heute noch üblichen Schadstoffen wie Blei, Quecksilber oder Cadmium sein. "Damit diese Vorgaben erfüllt werden können, muss der gesamte Lebenszyklus eines Elektrogerätes in Betracht gezogen werden", erklärt Thomas Leitner, Geschäftsführer des auf Altgeräterecycling und nachhaltige Produktentwicklung spezialisierten Kompetenzzentrums KERP.

Um von der ökologischen Produktgestaltung bis hin zur möglichst sortenreinen Wiederverwertung von Rohstoffen alle Fragestellungen bearbeiten zu können, hat KERP in den vergangenen eineinhalb Jahren eine Struktur von 19 Partnern aus Wissenschaft und Wirtschaft aufgebaut.

Gemeinsam wird an Disziplinen übergreifenden Fragestellungen gearbeitet: Die Technische Universität im deutschen Braunschweig beispielsweise hat eine Software entwickelt, mit der Unternehmen schon in der Konzeptionsphase Schadstoffgehalt und Recyclierbarkeit eines neuen Produktes abtesten können. Damit das Tool immer auf dem Stand der neuesten Recyclingtechnik ist, wird es regelmäßig mit Ergebnissen von Forschern gefüttert, die sich an der Universität für Bodenkultur in Wien mit der Zerleg- und Wiederverwertbarkeit alter Geräte beschäftigen.

Zur Entsorgung und Wiederverwertung von Bildschirmgeräten wiederum gewann das KERP das Technikum Wien, den Umweltdienst Burgenland und das Institut für Nichteisenmetallurgie der Montanuniversität Leoben als Partner und kooperiert projektbezogen auch mit der zuständigen Wiener Magistratsabteilung (MA 48).

Eine Fragestellung im Bereich Elektrogeräte und Personalressourcen, die in die gemeinsame Bearbeitung des Problems investiert werden, sind die Grundvoraussetzungen, um KERP-Partner zu werden. Neue Partner sind laut Thomas Leitner besonders aus den Reihen der Elektronikproduzenten willkommen: "Die Richtlinien werden alle Hersteller mit einer neuen Situation konfrontieren. Im KERP arbeiten wir intensiv an Lösungen, um zum entscheidenden Zeitpunkt gerüstet zu sein." (ez/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 29. 9. 2003)

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