Französischer Versorger sieht Ursache für Stromausfall in Schweiz

29. September 2003, 18:24
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Schweizer Netzbetreiber räumen Panne ein

Nach dem größten Stromausfall in der Geschichte Italiens hat die französische Stromwirtschaft den Ursprung in der Schweiz ausgemacht. Die italienischen Energieversorger hätten nach einer Panne in der Schweiz den Zusammenbruch der wichtigsten Teile des Stromnetzes nicht mehr verhindern können, sagte der Präsident des französischen Versorgungsunternehmens Réseau de Transport d'Electricité (RTE), André Merlin, am Sonntag der Nachrichtenagentur AFP in Paris. Entgegen vorheriger Angaben seines Unternehmens habe es an zwei Hochspannungsleitungen zwischen Frankreich und Italien keinen Kurzschluss gegeben.

Drei weitere Hochspannungsleitungen ausgefallen

Nach einem Ausfall der Stromversorgung in der Schweiz sei es zum Zusammenbruch des Stromnetzes in Italien gekommen, sagte Merlin. Seinen Angaben zufolge ereignete sich die Panne am Sonntagmorgen um 03.01 Uhr an einer 400.000-Volt-Leitung zwischen der Schweiz und Italien. Daraufhin seien drei weitere aus der Schweiz kommende Hochspannungsleitungen ausgefallen, die das Wallis in Dunkelheit getaucht und auch zum Ausfall einer Leitung zwischen Österreich und Italien geführt hätten. Daraufhin hätten die italienischen Versorger keine Kapazitäten mehr gehabt, um die Panne aufzufangen. 24 Minuten nach der Panne in der Schweiz sei die Versorgung aus Frankreich für das italienische Netz ausgefallen.

Schweizer Netzbetreiber räumen Panne ein

Ein Sprecher des Schweizer Netzbetreiber-Informationszentrums räumte ein, dass es eine Panne auf dem Lukmanier-Pass in der Südschweiz gegeben habe. Es sei jedoch noch unklar, ob sich der Zwischenfall vor oder nach dem Stromausfall in Italien am frühen Sonntagmorgen ereignet habe. Die Panne legte am Sonntag ganz Italien lahm. Gegen 03.00 Uhr morgens gingen plötzlich landesweit die Lichter aus, Millionen Menschen waren stundenlang ohne Strom. (APA/AFP)

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