Hormonersatztherapie kann auch für die Lunge riskant sein

14. Oktober 2003, 14:11
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Skandinavische Wissenschafter stellen entsprechende Studie vor

Wien - Das bis zu doppelte Brustkrebs-Risiko. 41 Prozent mehr Schlaganfälle, 29 Prozent mehr Herzinfarkte. Das droht laut Mammut-Studien aus den USA und Großbritannien, die in jüngster Zeit in den renommiertesten internationalen Medizin-Fachzeitschriften veröffentlicht wurden, Frauen bei langfristiger Hormonersatztherapie nach dem Wechsel. Doch jetzt kommt auch noch allergisches Asthma hinzu. Beim Jahreskongress der europäischen Lungenspezialisten stellten am Sonntag skandinavische Wissenschafter eine Studie vor, die noch zusätzlich für Aufregung sorgen sollte.

Großuntersuchung

Dr. Cecilie Svanes vom Haraldpass Hospital der Universität in Bergen in Norwegen und ihre Kollegen analysierten Daten aus einer breit angelegten EU-Untersuchung über Atemwegserkrankungen (ECRHS), an der 140.000 Personen in 22 Staaten teilnahmen. Die norwegischen Wissenschafter untersuchten dabei die Daten von 16.190 Personen im Alter von 26 bis 54 Jahren aus Norwegen, Schweden, Dänemark, Estland und Island. Die Frauen füllten zunächst einen umfassenden Fragebogen in Sachen Gesundheit aus und wurden schließlich nach zehn Jahren wieder kontaktiert.

Die Epidemiologin konzentrierte sich auf die Daten von 2.589 Frauen im Alter über 45 Jahren. Demnach dürfte eine Hormonersatztherapie das Risiko eines Ausbruchs von Asthma und/oder anderen allergischen Symptomen deutlich erhöhen: Jene Frauen, welche zum Befragungszeitpunkt eine Hormonersatztherapie (HRT) bekamen, litten zu 40 bis 50 Prozent häufiger unter Asthma als jene, die keine Hormonsubstitution einnahmen. Unter einer solchen Hormontherapie stieg auch die Gefährdung, an Heuschnupfen zu erkranken - um 30 Prozent.

Wer als Frau unter Hormonersatz nicht raucht, ist offenbar noch schlimmer dran: Bei diesen Personen verdoppelte sich unter einer Hormonbehandlung die Gefährdung durch Asthma oder Heuschnupfen.

"Definitive Verbindung"

Die norwegische Expertin: "Wir haben eine definitive Verbindung zwischen Asthma und Hormonersatztherapie entdeckt." Diese Ergebnisse könnten auch das Verständnis jener Mechanismen, die zu Asthma führen, verändern. Gleichzeitig müssten sie durch weitere Studien bestätigt werden, bei denen man Frauen ab dem Beginn einer Hormonersatztherapie mit einer Vergleichsgruppe ohne die Behandlung vergleicht.

Ein weiteres Detail: Laut Dr. Cecilie Svanes sieht es auch so aus, als würde die Einnahme der "Pille" bei Frauen unter 45 mit einer um rund ein Drittel erhöhten Häufigkeit von Asthma und Heuschnupfen einher gehen. Doch hier ist die norwegische Forscherin in ihren Aussagen noch sehr vorsichtig. Es wäre viel zu früh, Frauen zum Wechsel von oralen Kontrazeptiva auf andere Verhütungsmethoden zu bewegen, erklärte sie laut einer Presseaussendung. (APA)

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