Prodi: "Vorfall ist unerklärbar"

3. Oktober 2003, 21:54
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Weiterhin kritische Lage im italienischen Bahnverkehr

Rom - EU-Kommissionspräsident Romano Prodi hat sich über den Blackout in Italien überrascht gezeigt. "Es ist unbegreiflich. Der Stromausfall hat sich in der Nacht ereignet, als die Produktionskapazität deutlich den Konsum überragt", so Prodi, der am Sonntag in der norditalienischen Stadt Reggio Emilia ein Krankenhaus einweihte.

"Wir werden herausfinden, ob es sich um einen Fehler gehandelt hat. Der Stromausfall hat sich aber nachts in einer weder kalten noch warmen Jahreszeit zwischen Samstag und Sonntag ereignet. Da müsste die Belastung minimal sein", so Prodi.

Die Lage normalisierte sich inzwischen in einem Großteil des Landes langsam. In Norditalien und in Rom hatten 100 Prozent der Haushalte wieder Strom. Schwieriger erwies sich die Lage in Süditalien, wo lediglich nur 40 Prozent der Familien wieder Elektrizität hatten. "Wir hoffen, bis Abend ganz Italien wieder mit Strom versorgen zu können", so der Chef der Zivilschutzbehörde, Guido Bertolaso.

Kritische Lage im Bahnverkehr

Kritisch ist weiterhin die Lage des Bahnverkehrs. 250 Menschen verbrachten wegen des Stromausfalls 24 Stunden lang im Zug. Sie waren um 16.00 Uhr von Turin in Richtung Palermo abgefahren. Sie blieben um 3.00 Uhr in der Nähe von Salerno (südlich von Neapel) außerhalb eines Bahnhofs stecken und konnten nicht mehr weiterfahren. An Bord befanden sich auch mehrere Senioren und Kinder, berichtete das italienische Staatsfernsehen. Nach Angaben der italienischen Bahngesellschaft Trenitalia war auch auf der stark befahrenen Linie Rom-Neapel mit erheblichen Schwierigkeiten zu rechnen. (APA)

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    Romano Prodi ist vorerst "ohne Erklärung"

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