Moskau: Koubek im Viertelfinale gescheitert

7. Oktober 2003, 11:04
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Nach 6:2,5:2-Führung und zwei Matchbällen gegen Spadea doch noch ausgeschieden

Moskau - Stefan Koubek hat am Freitag eine große Chance vergeben, sein heuer drittes Halbfinale nach Doha und München zu erreichen: Der 26-jährige Kärntner, der am Vortag noch selbst drei Matchbälle abgewehrt hatte, vergab im Viertelfinale des mit einer Million Dollar dotierten Turniers in Moskau dem US-Amerikaner Vincent Spadea zwei Matchbälle bei einer 6:2,5:2-Führung. Nach 1:53 Stunden unterlag Koubek noch mit 6:2,6:7(2),3:6 und verpasste damit auch die Chance auf ein "Stallduell" mit dem ebenfalls von Günter Bresnik betreuten Sargis Sargsian (ARM), der zuvor die Nummer zwei, Agustin Calleri (ARG), eliminiert hatte.

Matchbälle nach knapp einer Stunde

Nach nur 58 Minuten hätte die Partie zu Gunsten des ÖTV-Daviscuppers beendet sein können, doch im Gegensatz zum Vortag, als Koubek die drohende Niederlage gegen Max Mirnyi noch abgewendet hatte, drehte diesmal sein Gegenüber die Partie noch um. Zwar kam Koubek bei 1:5 im dritten Satz noch auf 3:5 heran, doch Spadea ließ sich das Match nicht mehr aus der Hand nehmen. Nicht einmal eine Stunde nach den abgewehrten Matchbällen stand der US-Amerikaner als Sieger fest.

Koubek: "So was darf nicht passieren"

Stefan Koubek war nach der Niederlage "angefressen" und "sauer". So meinte er: "6:2,5:2,15:40 bei Aufschlag Spadea. Bis dahin war das eine One-Man-Show. Aber dann macht der Kerl die Augen zu und triffts - und ich Idiot spiel nicht mein Spiel ruhig zu Ende, sondern lass mich rausbringen, verkrampf' und vergeig' den zweiten Satz. Und der dritte war Formsache. Ganz klar: So was darf nicht passieren. Aber mir ist's heute passiert."

Bresnik via Internet dabei

"Es handelt sich bekanntermaßen um eine Sportart, die eben erst aus ist, wenn der letzte Punkt gespielt ist. Wenn man mit dem Rücken zur Wand volles Risiko geht, dann kann man ein Match noch umdrehen", meinte Coach Bresnik, der seine Beobachtung des Geschehens im Internet nach dem verlorenen zweiten Satz abgebrochen hat. "Natürlich ist es sehr schade, denn die Punkte hätte Stefan auch im Hinblick auf nächstes Jahr sehr gut brauchen können", so der Wiener.

Ab Samstag in Wien

Den Rückflug nach Wien hatte er für Samstagfrüh geplant. "Dann hab ich noch mindestens zwei Tage, um mich auf die Stadthalle vorzubereiten. Und diese Zeit muss ich nützen. Nicht so sehr tennismäßig oder körperlich, da passt alles. Aber im Kopf hab ich einige Arbeit vor mir. Ich muss versuchen, auch das Positive zu sehen. Das Viertelfinale bei einem Millionen-Turnier erreichst du nicht jeden Tag." (APA)

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