Böhler: SPÖ gegen "Verschleuderung"

28. September 2003, 18:24
15 Postings

Bei Privatisierung würde man nicht einmal den Buchwert von Böhler-Uddeholm erreichen - ÖVP weist Kritik zurück

Wien - Die SPÖ kritisiert Pläne der Regierung, nach dem Verkauf der Voest auch den Edelstahl-Konzern Böhler-Uddeholm bereits in diesem Jahr komplett zu privatisieren. Damit werde nun "die letzte industrielle Perle Österreichs" auf den Markt geworfen, und dies mit allen negativen Konsequenzen für den Standort und die Beschäftigten, befürchtet Bundesgeschäftsführer Darabos in einer Aussendung.

Unerklärlicher Zeitdruck

SPÖ- Wirtschaftssprecher Moser warnt davor, dass beim Verkauf des Anteils an Böhler-Uddeholm wie zuvor bei der Voest nicht einmal der Buchwert erlöst werden wird. "Hier wird ein Paket zu Billigstpreisen auf einen Markt geworfen, der dafür nicht vorbereitet ist", so Moser. Der Zeitdruck, mit dem dabei agiert werde, sei durch nichts erklärbar. Laut Moser muss der Böhler-Vorstand der ÖIAG bereits am kommenden Dienstag das Verkaufsprospekt vorlegen.

Lopatka wies Kritik zurück

Die ÖVP wies die Kritik zurück: VP-Generalsekretär Reinhold Lopatka meinte in einer Aussendung, es widerspreche wohl der Ideologie der Sozialdemokraten, "dass Industrieunternehmen im Besitz von Eigentümern sind, die mit Dynamik, Flexibilität und Fachwissen eine positive Entwicklung garantieren". Der Staat habe als Eigentümer eindeutig versagt. (APA)

Share if you care.