Mannesmann-Prozess: Gericht weist Gutachter zurück

2. Oktober 2003, 13:07
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Niederlage für Verteidiger von Josef Ackermann - Chef der Deutschen Bank wegen Untreue angeklagt

Frankfurt/Main - Die Verteidiger des der Untreue bezichtigten Chefs der Deutschen Bank AG, Josef Ackermann, haben im Vorfeld des Wirtschaftsstrafverfahrens um die hohen Abfindungen von Mannesmann-Managern offenbar eine Niederlage erlitten. Wie das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" berichtete, hat das Landgericht Düsseldorf Anträge der Ackermann-Anwälte auf Anhörung von Sachverständigen als "unzulässig" zurückgewiesen.

Laut "Spiegel" sollten Gutachter wie der Bochumer Aktienrechtler Uwe Hüffer belegen, dass die im Zuge der Übernahme durch Vodafone gezahlte Abfindung an Ex-Mannesmann-Chef Klaus Esser in Höhe von mehr als 30 Millionen Euro im Sinne des Aktiengesetzes angemessen war. Damit, so die Argumentation der Verteidiger, wäre eine strafrechtliche Verfolgung nicht mehr möglich gewesen.

Das Landgericht wies diese Rechtsauffassung nach Angaben des Magazins zurück. Die Frage der Angemessenheit sei "keine Rechtsnorm des Gewohnheitsrechts", sondern ein Gesetz im formalen Sinne, zitierte der "Spiegel" aus dem Gerichtsbeschluss. Die Prüfung, ob Zahlungen angemessen seien, obliege somit auch nicht einem Sachverständigen, sondern falle ausschließlich in die Kompetenz des Gerichts.

Ein Bericht der "Welt am Sonntag" bestätigte indirekt die Niederlage der Ackermann-Anwälte. Wie das Blatt meldete, sollte das Rechtsgutachten Hüffers "Grundlage der Verteidigung" sein. (APA)

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