VW will Absatz in Deutschland um zehn Prozent steigern

1. Oktober 2003, 12:53
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Verkauf von 560.000 Fahrzeugen erwartet - Festhalten an umstrittenen Direktvertriebsplänen

Braunschweig - Die Marke VW hofft nach dem Absatzeinbruch in diesem Jahr auf einen Zuwachs um gut zehn Prozent 2004. Wenn die Konjunktur wie erwartet anziehe, könne unter anderem durch den neuen Golf der Volkswagen-Verkauf um mehr als zehn Prozent auf rund 560.000 Fahrzeuge zulegen, sagte Marken-Vertriebschef Detlef Wittig der "Braunschweiger Zeitung" vom Samstag. Für dieses Jahr wird in Deutschland der Absatz von über 500.000 VW-Fahrzeugen erwartet. Das wären etwa 100.000 weniger als 2002. Weltweit sollen gut drei Millionen VW verkauft werden.

Wittig betonte, dass VW seine umstrittenen Direktvertriebspläne umsetzen werde und von 2004 an jedes zehnte Auto in eigener Regie verkaufen wolle. Bei den Händlern gab es zuletzt scharfen Protest dagegen. Der Vertriebschef erläuterte, der Einstieg werde aus strategischen Gründen erfolgen, wenn wichtige Standorte etwa durch Insolvenz oder Nachfolgerprobleme gefährdet seien. Bereits jetzt gebe es Händler-Töchter in Hamburg, Hannover und Mannheim, mit weiteren zehn Betrieben führe man Gespräche.

Wittig geht davon aus, dass 95 bis 99 Prozent der VW-Händler in Europa zum 1. Oktober die neuen Händlerverträge unterschreiben. Nach seinen Worten wird die Zahl der VW-Vertragshändler in Deutschland dann auf 1.500 sinken, rund 1.000 weniger als Ende der 90er Jahre. Die neuen Verträge würden wegen der so genannten Gruppenfreistellungsverordnung der EU nötig. Sie soll es Händlern ermöglichen, Autos unterschiedlicher Hersteller unter einem Dach zu verkaufen. Die neuen Verträge sehen geringere Grundmargen vor, allerdings soll die Höchstmarge hochgesetzt werden. (APA)

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