Weststeiermark: Jungfamilie starb bei Unfall

30. September 2003, 15:08
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ARBÖ fordert Unfalldatenschreiber für alle Kraftfahrzeuge

Eine Serie schwerer Verkehrsunfälle ereignete sich am Wochenende in der Steiermark. Die erschütternde Bilanz: drei Tote, zwei Menschen schwebten Sonntag noch in Lebensgefahr, neun weitere Personen wurden schwer verletzt.

Beim schwersten Unfall Samstag kurz nach Mitternacht in Stainz wurde eine ganze Jungfamilie aus St. Peter im Sulmtal getötet. Ein 28 Jahre alter Autofahrer dürfte beim Überholen in einer Kurve der B76 die Herrschaft über sein Fahrzeug verloren haben. Er geriet auf die Gegenfahrbahn und prallte frontal gegen einen entgegenkommenden Pkw. Dessen Lenker, Marcus H. (22), und sein einjähriger Sohn waren sofort tot. Die Mutter des Babys, Barbara S. (21), erlag Sonntag ihren Verletzungen. Der mutmaßliche Verursacher des Unfalls befindet sich schwer verletzt im Unfallkrankenhaus Graz.

Urauber auf Autobahn getötet

Auf der Ostautobahn im Gemeindegebiet von Bruckneudorf im Burgenland kam Sonntag ein 41-jähriger Pole ums Leben. Der Mann, der mit einer Busreisegruppe unterwegs war, hatte während einer Pause auf einem Rastplatz den Bus verlassen. Warum er ausgerechnet auf die Autobahn zurückging, war vorerst noch ein Rätsel. Ein in Richtung Ungarn fahrender Pkw konnte nicht mehr ausweichen, der polnische Urlauber wurde erfasst und getötet.

Zur besseren Klärung der Schuldfrage bei Unfällen fordert der ARBÖ die Einführung von Unfalldatenschreibern (UDS) in Autos. Ähnlich wie bei einem Flugschreiber könnten damit die Fahr- und Lenkdaten - Bremsen, Beschleunigen, Geschwindigkeit, Lenkverhalten - exakt aufgezeichnet und bei Bedarf genau ausgewertet werden. Der Automobilklub erwartet sich von Verkehrsminister Hubert Gorbach (FP), dass er UDS auch auf europäischer Ebene zur Sprache bringt. (APA, simo/DER STANDARD; Printausgabe, 29.9.2003)

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ARBÖ

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