Der Softwareriese allein auf weiter Flur

5. Oktober 2003, 10:54
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Diskussion um Shutdown von MSN-Chatrooms - nur Microsoft sperrt die Chats

Um die von Microsoft angekündigte Schließung seiner MSN-Chatrooms (Der Webstandard berichtete)hat sich eine rege Diskussion unter Internet-Service-Providern entsponnen. Microsoft wird ab dem 14. Oktober seinen MSN-Chat in ganz Europa, dem Nahen Osten, Asien und Lateinamerika schließen, ein unmoderierter MSN-Chat steht dann nur noch registrierten Kunden in den USA, Kanada und Japan zur Verfügung. Stattdessen will Microsoft den MSN-Messenger forcieren, der eigenen Angaben zufolge eine vergleichbare Zahl von Kommunikationsmöglichkeiten in deutlich geschützterem Rahmen bietet.

Sicherheit und Schutz der Privatsphäre

Microsoft schließt seine Chatrooms um Sicherheit und Schutz der Privatsphäre seiner User zu gewährleisten. Kinder und Jugendliche sollen vor unerwünschter Online-Kontaktaufnahme bewahrt werden. "Alles was MSN hiermit macht, ist Chatroom-User in die Illegalität zu zwingen", sagte ein Sprecher des britischen Internet-Service-Provider Freeserve gegenüber AustralianIT. Besser wäre es, die User zu registrieren und Chatroom-Moderatoren einzusetzen, so Freeserve. Auch der deutsche Internet-Provider T-Online hat keine Pläne zur Änderung. "Eine Schließung unserer Diskussions-Seiten ist nicht abzusehen", so ein T-Online Sprecher.

In .at

Auch die österreichischen Telekom-Unternehmen tele.ring und UTA wollen ihre Chatrooms nicht schließen. Bei tele.ring filtert ein Webmaster die Chatrooms, um pornographische oder pädophile Nachrichten zu vermeiden. Sunrise http://www.sunrise.ch , der zweitgrößte Internet-Provider der Schweiz, ist bereits gegen Missbrauch seiner Chatrooms ausgerüstet. Das Unternehmen beschäftigt "Regulatoren", welche die Chatrooms überwachen und pornographische oder pädophile Inhalte löschen, so Sunrise-Sprecher Mathieu Janin.

Eltern tragen Verantwortung

Die französische Association of Internet Access Providers ( AFA) bedauert Microsofts Entscheidung. "Chatrooms sind ein beliebter Service, und wir haben die Hoffnung, dass nicht alle Chatrooms geschlossen werden", so AFA-Sprecher Stephane Marcovitch. Auch Eltern tragen eine gewisse Verantwortung und müssen ihre Kinder vor den Risiken des Internets schützen, so Marcovitch weiter. Auch die Regierung Portugals will Microsofts Beispiel nicht folgen, aber ihr Möglichstes dafür tun, damit illegale Handlungen im Internet streng bestraft werden, so AustralianIT. (pte)

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