Wo's der Papa zum ersten Mal gerichtet hat

26. September 2003, 21:29
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Einige Wochen, nachdem das Lied im Fernsehen und auf Platte herausgekommen war, ging Gerhard Bronner wieder einmal in die Eden und wurde vom Geschäftsführer beschieden: "Es ist mir furchtbar peinlich, Ihnen das sagen zu müssen, aber es waren Gäste da, die sich über Ihr Lied beschwert haben. Ich würd' Sie bitten, wenn's irgend möglich wär', dass Sie für einige Wochen, wenn nicht gar Monate nicht in die Eden-Bar kommen." - "Na gut, ich hab' Danke schön gesagt und bin gegangen. Ein Jahr später kam ich wieder an der Bar vorbei, da hing draußen eine Werbung: Wir sitzen in der Eden und reden!"

Daran erinnert sich auch Heinz Werner Schimanko, der heutige Besitzer der Bar in der Liliengasse in der Wiener Innenstadt: Das Lied sei die beste Reklame für die Eden gewesen. Damals war er 16 Jahre alt und ein Verehrer von Bronners Theaterarbeit, er sei immer in der letzten Reihe in dessen Theater gesessen. Einen Besuch in der Bar konnte er sich auch einige Zeit später kaum leisten, und wenn, dann parkte er seinen 15 Jahre alten VW verschämt um die Ecke - das hat sich mittlerweile radikal geändert, wie man sich fast jeden Abend in der Liliengasse überzeugen kann.

Die Eden und das Lied: eine Symbiose seit 1958, ein Erfolg mit Vorgeschichte und ungeahnten Wirkungen und Nebenwirkungen und nicht zuletzt eine Frucht der Zusam-
Fortsetzung auf Seite A 2 rechts

Gerhard Bronner und Heinz Werner Schimanko sitzen in der Eden und reden mit Michael Freund
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