Polen: Streit um Schließung von vier Kohlegruben

28. September 2003, 10:53
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8500 Arbeitsplätze gefährdet - Kumpel blockieren Straßen rund um Katowice

Warschau - Der Streit zwischen der polnischen Regierung und Bergarbeitern um die Schließung von vier Kohlegruben hat Staatspräsident Aleksander Kwasniewski auf den Plan gerufen. Er appellierte an beide Seiten, einen Dialog zu beginnen. Rund 2.000 Bergarbeiter blockierten am Freitag in ihrer vierten Protestaktion in diesem Monat wieder mehrere Stunden lang wichtige Straßen rund um das Bergbaugebiet Katowice. Eisenbahner solidarisierten sich mit ihnen und legten für eine Stunde Strecken nach Warschau lahm.

Arbeitslosigkeit in der Region liegt bereits bei 30 Prozent

Die Schließung der Bergwerke bei Beuthen (Bytom) ist für Anfang kommendes Jahr geplant. Damit würden rund 8.500 Arbeitsplätze wegfallen, wobei in der Region die Arbeitslosigkeit ohnehin schon bei 30 Prozent liegt, zwölf Prozent über dem polnischen Durchschnitt. Die Regierung hat den Bergleuten zwar Arbeit in anderen Gruben, Frühruhestandsregelungen oder Abfindungen angeboten, die Arbeiter sind aber skeptisch. "Bei der Arbeitslosigkeit gibt es anderswo doch auch keine Arbeit", sagte einer der streikenden Arbeiter, Piotr Luberta.

Kwasniewski äußerte Verständnis sowohl für die Regierung, die "wichtigen wirtschaftlichen Faktoren" Rechnung tragen müsse, als auch für die Arbeiter. Die Regierung müsse deren Sorgen ernst nehmen. "Sie machen sich Sorgen um ihre Arbeitsplätze, um die Zukunft ihrer Familien, um die Zukunft ihrer Stadt", sagte Kwasniewski. (APA/AP)

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