Nordostumfahrung: Streit um Tunnel unter Gstätten

3. Oktober 2003, 22:05
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Stadt Wien fordert Lärmschutztunnel für das Flugfeld Aspern - Mit Infografik

Wien - Der Autobahnring um Wien kommt. Den Lärmschutztunnel für das Flugfeld Aspern will niemand zahlen: Dort wohnt niemand, sagen die Straßenbauer. Dort werden aber bald viel mehr Menschen leben, entgegnet die Stadt Wien.

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Bei der Trassendiskussion um die Nordostumfahrung von Wien gehen die Meinungen der Kommune und der Errichtungsgesellschaft Ösag vor allem in einem Punkt auseinander: Wenn es um den Tunnel im Bereich des Flugfeldes Aspern geht, der von Wien gefordert wird.

"Da stellt sich vor allem die Frage, wer das finanziert", gibt Ösag-Geschäftsführer Alois Schedl gegenüber dem Standard zu bedenken. Denn derzeit findet man dort weitgehend nur eine G'stätten vor. "Ich denke also, dass einen Tunnel in diesem Bereich vielleicht jener mitfinanzieren sollte, der von der Erschließung profitiert und dann das Gebiet entwickeln kann", argumentiert Schedl für eine Beteiligung Wiens.

Eine Aussage, die dem Wiener Planungsstadtrat Rudolf Schicker zusätzliches Adrenalin beschert: "In Spital am Semmering bauen die zwei Umfahrungen mit Tunnel für 1700 Anwohner. Die sollen wirklich einmal über die Relationen nachdenken".

Wie der Standard exklusiv berichtete, untersucht die Asfinag nur noch zwei Trassenvarianten für die Nordostumfahrung bis Süßenbrunn: Jene von der Planungsgemeinschaft Ost (PGO), die die Lobau an der breitesten Stelle quert und östlich von Eßling nach Norden führt. Und jene, die von der Stadt Wien forciert wird: Die weiter innen zwischen Aspern und Eßling verlaufen und dann das Flugfeld Aspern erschließen würde.

Schedl gibt zu bedenken, dass auch bei der PGO-Variante das Flugfeld Aspern durch die B3d ebenso gut bedient werde. Seitens der Ösag würde von der weiter außen verlaufenden Variante das untergeordnete Straßennetz weniger belastet. Was Schicker bezweifelt: "Weiter draußen wohnen doch in den Siedlungsgebieten weit mehr Anrainer." Wiens Planungsstadtrat will nun nicht mehr über Zeitungsberichte informiert werden und fordert die Errichtungsgesellschaft auf "uns endlich die Arbeiten zu schicken. Bisher haben wir nur ein paar Folien, die zum Teil nicht nachvollziehbar sind."

Die offizielle Präsentation über den Stand der Planungen ist für kommende Woche angekündigt worden. (Roman Freihsl/DERSTANDARD, Printausgabe, 27./28.9.2003)

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