Fünf neue FlowTex-Anklagen

30. September 2003, 13:45
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Der größte Wirtschaftskrimi der jüngeren deutschen Geschichte weitet sich weiter aus

Mannheim/Bruchsal - Der FlowTex-Betrugsskandal, der größte Wirtschaftskrimi der jüngeren deutschen Geschichte, weitet sich auch Jahre später noch aus. Die Mannheimer Staatsanwaltschaft erhob fünf weitere Anklagen. Beschuldigt werden die Ehefrau eines ehemaligen Geschäftsführers der FlowTex-Gruppe, ein Rechtsanwalt aus Südbaden, zwei auf Mallorca lebende Deutsche sowie ein spanischer Rechtsanwalt. Ihnen werden Geldwäsche sowie Anstiftung und Beihilfe zur Geldwäsche vorgeworfen, teilte Oberstaatsanwalt Hubert Jobski am Freitag mit. Unterdessen wurde einer der Haupttäter, Matthias Schmider, in den offenen Vollzug verlegt.

Die fünf neuen Angeklagten sollen unmittelbar nach Bekanntwerden der Betrügereien des Ettlinger Unternehmens Anfang Februar 2000 am Verschieben der Vermögensgegenstände mitgewirkt haben. Dabei gehe es vor allem um eine Immobilie auf Mallorca aus dem Eigentum der angeklagten Ehefrau, sagte Jobski. Das Haus soll einen Wert von rund 2,5 Mio. Euro haben. Ferner drehen sich die Ermittlungen um ein 250.000 Euro teures Motorboot sowie ein Bankguthaben.

Beschuldigten befinden auf freiem Fuß

Alle fünf Beschuldigten befinden sich nach Angaben des Oberstaatsanwalts derzeit auf freiem Fuß. Die beiden auf Mallorca lebenden Deutschen waren Ende vergangenen Jahres fünf Monate in Spanien in Untersuchungshaft. Ihnen werden wie dem spanischen Rechtsanwalt auch Untreue sowie Beihilfe zur Untreue zur Last gelegt.

FlowTex hatte 3000 nicht vorhandene Horizontal-Bohrgeräte an Leasingfirmen verkauft. Der strafrechtlich relevante Schaden beläuft sich auf mehr als zwei Mrd. Euro. Ex-Firmenchef Manfred Schmider war zu elfeinhalb Jahren Haft verurteilt worden.

Matthias Schmider, der jüngere der beiden Brüder, ist seit kurzer Zeit im offenen Vollzug. Einen entsprechenden Bericht der "Stuttgarter Zeitung" bestätigte am Freitag ein Sprecher des Stuttgarter Justizministeriums. Matthias Schmider war im März 2002 vom Landgericht Mannheim wegen Betrugs in 31 Fällen und Beihilfe zum bandenmäßigen Betrug zu einer Freiheitsstrafe von sechs Jahren und zehn Monaten verurteilt worden. Er verbüßt seine Strafe in der Justizvollzugsanstalt (JVA) Bruchsal.(APA/dpa)

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