Burgenland: Läden bleiben samstags nur bis 17 Uhr offen

29. September 2003, 20:22
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VP-Landesrat Kaplan bedauert unterschiedliche Öffnungszeiten in Ostösterreich - SP: Sieg der Vernunft

Eisenstadt - Wirtschafts-LR Karl Kaplan (V) hat am Freitag die mit 1. Oktober in Kraft tretende Ladenöffnungs-Verordnung für das Burgenland unterschrieben. Auf Grund einer Weisung des Landeshauptmannes werden die Geschäfte im Burgenland nur wie bisher von Montag bis Freitag von sechs bis 19.30 Uhr, wahlweise an einem Tag bis 21 Uhr, sowie samstags von sechs bis 17 Uhr bei maximal 66 Stunden offen halten können. Sonderregelungen gibt es für Familienbetriebe (bis zu 72 Stunden) und spezielle Verkaufsstellen (bis zu 80 Stunden). Die Verordnung ist mit 31.12.2003 befristet.

Zur Verlängerung der Einkaufszeiten am Samstag bis 18 Uhr kam es nicht. Die Sozialpartner waren zwar grundsätzlich dafür, konnten sich aber über die Vorgangsweise nicht einigen. Die Arbeiterkammer verlangte eine kollektivvertragliche Regelung auf Landesebene, die Wirtschaftskammer wollte sich in der Frage des Lohnzuschlages mit einem Brief an die Unternehmer begnügen.

Weisung unterwandert Liberalisierung

Er hätte mit dem neuen Öffnungszeitengesetz leben können, meinte LR Kaplan, da ja niemand gezwungen worden wäre, auch tatsächlich länger offen zu halten. Die Unternehmer wüssten am besten, wann sie aufsperren müssten. Aufgrund der Weisung des Landeshauptmannes sei eine weitergehende Liberalisierung aber nicht möglich gewesen. "Ich bedaure das, weil es nun in Wien, Niederösterreich und im Burgenland drei unterschiedliche Ladenöffnungszeiten gibt." Kaplan hofft, dass es im nächsten Jahr zu einer gemeinsamen Vorgangsweise der drei Bundesländer kommt.

"Mit heruntergelassenen Rollbalken werden wir mit Sicherheit keine Arbeitsplätze sichern oder gar schaffen", fürchtet der Wirtschafts-Landesrat. Die Burgenland-Regelung sei sehr restriktiv, obwohl das Land dem Osten am nächsten sei und in Ungarn teilweise rund um die Uhr eingekauft werden könne.

SPÖ: "Sieg der Vernunft"

Klubobmann Christian Illedits sprach im Zusammenhang mit der Verordnung über die Ladenöffnungszeiten im Burgenland von einem "Sieg der Vernunft". Es sei LH Hans Niessl zu verdanken, dass im Burgenland die Interessen der Handelsangestellten sowie der kleinen und mittleren Handelsbetriebe nicht unter die Räder kommen werden. (APA)

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