Indien: Hindu-Fundamentalisten zerstören Moschee

27. September 2003, 16:35
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Fanatiker plünderten Häuser - Moslems fliehen

Neu Delhi - Nach der Zerstörung einer Moschee durch Hindu-Fundamentalisten sind mehr als 100 moslemische Familien aus einem Distrikt im Nordwesten Indiens geflohen. Die Polizei habe mehr als 30 radikale Hindus festgenommen, nachdem das Gotteshaus gesprengt worden sei, berichtete die "Hindustan Times" am Freitag. Flüchtlinge sagten, Fanatiker hätten in dem Distrikt Jhalawar im Bundesstaat Rajasthan Häuser geplündert und niedergebrannt, ohne dass die Polizei eingeschritten sei. Viele Moslems seien in den Nachbar-Bundesstaat Madhya Pradesh geflohen.

In Indien kommt es immer wieder zu religiös motivierten Unruhen und Übergriffen gegen Minderheiten. Am Montag hatte ein Gericht ein mutmaßliches Mitglied einer fundamentalistischen Hindu-Gruppe wegen des Mordes an einem australischen Missionar und seinen beiden Kindern zum Tode verurteilt. 80,1 Prozent der Inder sind Hindus, 11 Prozent Moslems und 2,4 Prozent Christen. In dem nun betroffenen Distrikt sind 20 Prozent der Bewohner Moslems. (APA/dpa)

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