Swisscom-Chef Alder sieht derzeit keine Wachstumsmöglichkeiten

5. Oktober 2003, 10:33
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Konkurrenz und Staatseingriffe setzen Schweizer Telekom-Konzern zu - Kostendruck wird Stellenabbau nach sich ziehen

Unter den gegenwärtigen Umständen mit den konstanten Tiefpreisen sei es für den Schweizer Telekom-Konzern Swisscom nicht möglich zu wachsen. Die einzige Überlebenschance auf längere Sicht sei es, die Kosten zurückzufahren, so Swisscom-Konzernchef Jens Alder. Dies ziehe auch einen Stellenabbau nach sich. "Wunder sind leider nicht möglich, vor allem weil der Druck auf die Margen zunehmen wird", sagte Alder am Freitag.

Optimismus

"Im Allgemeinen bin ich sehr optimistisch über den Fortbestand der Swisscom", bekräftige Alder. Die alternativen Telekomanbieter würden aber eine "aggressive und gefährliche" Konkurrenz darstellen. "In fünf Jahren haben wir 40 Prozent Marktanteil in den wichtigen Bereichen verloren. Ich finde das äußerst gravierend", so Alder zu den Folgen der Telekom-Liberalisierung im Jahr 1998.

Fortschritt

Als weiteres Risiko ortet Alder den technischen Fortschritt: "Es ist durchaus möglich, dass eine neue Technologie ein Geschäft obsolet macht und die ganze Branche umkrempelt." Dies sei beispielsweise bei den Glasfaserkabeln passiert, welche die Margen der Ferngespräche signifikant hätten schwinden lassen.

Sorgen bereitet der Swisscom auch die Regulierung der Branche. "Wir befinden uns in keinem freien Markt: Der Staat greift immer mehr ein", klagte Alder. Die Interventionen des Bundes würden immer schlimmer. Ein regulierter Markt generiere weniger Gewinne, was in der Folge die Investitionen bremse.

Eingriffe

Für die Herausforderungen durch die Konkurrenz und den technischen Fortschritt fühlt sich die Swisscom gerüstet. Hinsichtlich der Regulierung durch den Staat, vor allem was die Liberalisierung der letzten Meile betrifft, könne man nichts weiter tun als auf das Beste hoffen, so Alder. <>< das="" geschäft="" in="" den="" ersten="" neun="" monaten="" 2003="" entspreche="" den="" erwartungen.="" die="" swisscom="" halte="" an="" ihren="" früheren="" prognosen="" fest,="" sagte="" alder.="" im="" gesamtjahr="" soll="" ein="" betriebsgewinn="" vor="" zinsen,="" steuern,="" amortisationen="" und="" abschreibungen="" (ebitda)="" von="" rund="" 4,4="" milliarden="" franken="" (2,84="" milliarden="" euro)="" erzielt="" werden.="" insgesamt="" will="" der="" konzern="" 1,3="" milliarden="" franken="" in="" investitionen="">

Interessenten

Die Swisscom sondiert schon lange Übernahmemöglichkeiten im Ausland. Auch an der Telekom Austria (TA) hat man Interesse bekundet, mit der ÖIAG wurden bisher allerdings nur Sondierungsgespräche geführt. Weil trotz intensiver Suche bisher kein passendes Objekt gefunden wurde, steigt die Wahrscheinlichkeit für einen Aktienrückkauf in Höhe von 1 Milliarden bis 1,5 Milliarden Franken. Entschieden werde im März, sagte Alder. (APA)

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