Das Grazer Kunsthaus ist eröffnungsbereit

26. September 2003, 20:39
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"Es werden sich noch Generationen daran freuen"

Graz - Frisch geputzt und im letzten Moment von groben Bauspuren befreit präsentierte sich am Freitag das Grazer Kunsthaus bei der Presseführung vor der für Samstag geplanten Eröffnung: Der "Friendly Alien" mit blauer Kuppel zeigte sich im strahlenden Herbstwetter sowohl außen wie auch innen von seiner fotogensten Seite. "Es werden sich noch Generationen daran freuen", war Landeshauptfrau Waltraud Klasnic (V) überzeugt. Intendant Peter Pakesch sprach von einer "extrem positiven Herausforderung" für den Ausstellungsbetrieb auf Grund der baulichen Gegebenheiten.

Nach rund zwanzigjähriger Planung und dem Verwerfen unterschiedlicher Standorte ist das Kunsthaus nun am rechten Murufer beheimatet. Verschmolzen mit dem Eisernen Haus, in dem sich nun die Räume der "Camera Austria" befinden, wurde es in eineinhalbjähriger Bauzeit errichtet. Es soll, so Bürgermeister Siegfried Nagl (V), "ein ideales Experimentierfeld für Künstler" werden. "In unserer Kunstwolke sollen Ideen kondensieren", meinte er in Anspielung auf die Form des Hauses mit dem blasenförmigen Dach.

"Enorme Herausforderung"

Weniger poetisch sah es Intendant Peter Pakesch, der sich wünschte, das Kunsthaus möge "für Graz einzigartig als kommunikativer Raum" werden. In seiner architektonischen Tradition "fußt der Bau in den 60er Jahren", so Pakesch. Die Ausstellungsräume ohne herkömmliche Wände seien eine "enorme Herausforderung". Gelegentlich müsse man aber Wände hineinstellen, räumte der Intendant ein. Dies wird gleich bei der ersten Ausstellung "Einbildung - Die Wahrnehmung in der Kunst" der Fall sein, die ab 25. Oktober zu sehen sein wird.

Der Bau wurde mit einigen kleinen Abstrichen so verwirklicht, wie ihn die Architekten Colin Fournier und Peter Cook geplant hatten. "Graz braucht einen Schock" war der Gedanke, der laut Fournier hinter dem Entwurf stand. Als Budget wurden zunächst 600 Millionen Schilling bzw. 43,6 Millionen Euro veranschlagt, im Sommer wurden von der Stadt Graz noch zwei Millionen Euro zusätzlich bewilligt. Abrechnung gibt es noch keine, da sich auf Grund von laufenden Prozessen die Endkosten noch nicht genau beziffern lassen. (APA)

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