Mobilfunkbetreiber sehen im Datentransfer Zukunft des Handygeschäfts

9. Oktober 2003, 12:37
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One: Datenumsatz 2005 bei 50 Prozent, Mobilkom glaubt an 20 Prozent - Firmenkunden müssten Mehrwert glaubhaft vermittelt werden

Die Mobilfunkbranche ist weltweit auf der Suche nach der sogenannten "Killerapplikation" für die dritte Mobilfunkgeneration UMTS (Universal Mobile Telecommunication System). Es geht um jenen Dienst, der das neue Geschäft "zum Fliegen" bringt, wie das bei GSM der Bereich SMS war und ist. Fest steht bisher nur: "Die Zukunft des Mobilfunkgeschäftes liegt in den Datendiensten." Darüber waren sich die Vertreter der heimischen Mobilfunkunternehmen beim Branchenevent der APA-E-Business-Community Donnerstag Abend in Wien einig.

Schwierigkeiten

Der Weg dorthin sei aber noch ein weiter, und die Kapriolen rund um die Einführung von UMTS oder dem Bilderdienst MMS hätten nicht dazu beigetragen, das Vertrauen der Konsumenten in neue Datendienste zu steigern, kritisierte etwa der Leiter der One-Business-Unit, Martin Lippautz. Trotzdem glaubt der One-Experte, dass sein Unternehemn bis ins Jahr 2005 rund 50 Prozent der Umsätze über Datendienste und nicht über Sprache machen werden.

Rundum

Weniger euphorisch sieht das der Bereichsleiter Marketing bei der Mobilkom Austria, Patrick Krückeberg, der nur an einen Datenumsatz von 20 Prozent in diesem Zeitrahmen glaubt - und das obwohl die Mobilkom schon vor Monaten mit dem schnellen Datendienst UMTS gestartet ist und One den Starttermin immer weiter nach hinten schiebt. Einig waren sich beide Mobilfunkvertreter, dass die Handys der Zukunft leichter bedienbar sein müssen und eine gemeinsame Bedieneroberfläche benötigen.

Nutzen

Für Firmenkunden sei es außerdem von zentraler Bedeutung, dass durch den Einsatz von Handys und Kleinstcomputern (PDAs) ein messbarer Mehrwert erzielt wird, was eine besondere Herausforderung an die Softwareentwickler wäre. Was Kostenvorteile oder messbare Umsatzveränderungen bringe, sei begrüßenswert. Technische "Glaubenskriege" wären aber ebenso fehl am Platz wie der Glaube, dass sich "zukünftige Standards" schon durchsetzen würden, so der Geschäftsführende Gesellschafter von WIGeoGIS, Georg Magenschab. (APA)

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