Motorola verpasst Weihnachtsgeschäft

5. Oktober 2003, 10:33
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Verzögerungen bei Kamera-Handys könnten den Konzern den Marktanschluss verlieren lassen

Der US-Hersteller Motorola droht den Anschluss auf dem zukunftsträchtigen Markt für Kamera-Handys zu verlieren. Weil das Unternehmen neue Modelle nicht rechtzeitig liefern könne, dürfte es das lukrative Weihnachtsgeschäft verpassen, berichtet das Wall Street Journal. So bestätigen die beiden größten US-Mobilfunkprovider Verizon Wireless und Cingular Wireless, noch über keine entsprechenden Motorola-Testgeräte zu verfügen.

Zukunft

Kamera-Handys gelten als der Zukunftsmarkt - im ersten Halbjahr wurden weltweit bereits 25 Millionen Geräte verkauft, ergaben Berechnungen der Marktforschungsgruppe Strategy Analytics. Für das Gesamtjahr erwarten die Marktforscher einen weltweiten Absatz von 65 Millionen Produkten, was 13 Prozent des gesamten Handy-Marktes bedeuten würde. Dabei wird gerade im Schlussquartal der meiste Umsatz gemacht. Die Handyindustrie erzielt zum Jahresende im Schnitt 30 Prozent ihrer Jahreserlöse.

Problematisch

Die Verzögerung ist ein schwerer Rückschlag für den Handyproduzenten aus Illinois, der, so das Wall Street Journal, bei Kamera-Handys Monate hinter seinen Rivalen Nokia, Samsung und Sony Ericsson zurückliege. Mit dem Weltmarktführer Nokia liefert sich Motorola ein beinhartes Match auf dem US-Markt. Die Finnen könnten durch Motorolas Lieferverzögerungen nun auch bei der US-Mobilfunktechnologie CDMA zulegen.

Führungswechsel

Wegen enttäuschender Geschäftsergebnisse hatte Motorola erst in der Vorwoche den Rückzug von CEO Christopher B. Galvin bekanntgegeben. Dem Unternehmenschef war unter anderem die Tatsache zur Last gelegt worden, dass Motorola beim Handygeschäft bei den weltweiten Umsätzen hinter Nokia und Samsung auf Platz drei zurückgefallen war. (pte)

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