Spukt es in der Wiener Hofburg?

30. September 2003, 15:09
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Dem bislang ungelösten Rätsel und Mysterium rund um eine "Weiße Frau" widmet sich das Buch "Die Habsburger und das Übersinnliche"

Linz - Geistert es in der Wiener Hofburg? Geht dort eine "Weiße Frau" um? Oder ist das zumindest früher der Fall gewesen? - Geheimnisse und Mysterien, die jetzt in einem neuen Buch erörtert werden. Der bezeichnende Titel: "Die Habsburger und das Übersinnliche", geschrieben von Gabriele Praschl-Pichler.

Im 19. Jahrhundert war es Mode geworden, sich mit der "außersinnlichen Welt" zu befassen. "Unter den Mitgliedern der österreichischen Kaiserfamilie, die im 19. Jahrhundert lebten, galt Kaiserin Elisabeth als besonders abergläubisch", schreibt Praschl-Bichler einleitend. "Sisi" trug stets eine Menge Glücksbringer und Amulette mit sich. Kein Wunder, dass es bis heute viele "Berichte" und "Aufzeichnungen" über angebliche "paranormale Phänomene in Schloss Schönbrunn und in der Wiener Hofburg" gibt. "Dokumente", die die Autorin mit viel Liebe zum Detail darstellt.

Die Weiße Frau

Eine besondere Rolle kommt in diesem Zusammenhang der "Weißen Frau" in der Hofburg zu. Sie soll in früheren Zeiten mit Vorliebe den Kaisern - etwa Joseph II oder auch Franz Joseph I - erschienen sein, besonders im Amalientrakt und im Reichskanzleitrakt. Trug sie weiße Handschuhe, so bedeutete ihr Erscheinen eine Geburt im Kaiserhaus, erschien sie mit schwarzen Handschuhen, stand ein Todesfall bevor, wird berichtet.

Mysteriöse Geschichte

Mysteriös und zugleich neuen Datums auch die Geschichte eines Wachebeamten in der Hofburg: Er soll im Februar 1987 bei einem Rundgang, der ihn auch in den Keller und den Dachboden führte, ein unheimliches Erlebnis gehabt haben. "Irgendetwas hat ihm den Schreck in alle Knochen fahren lassen. Was immer es war, er spricht nicht darüber", wird in dem Buch berichtet. Und dass der Wachebeamte nach diesem "Erlebnis" seinen Dienst in der Hofburg quittiert habe.

Letztlich bleibe die Sache mit der "Weißen Frau" in der Hofburg rätselhaft, schreibt Praschl-Bichler und beruft sich auf eine prominente Quelle: "Kaiserin Zita, die ein Leben lang über die Weiße Dame in der Hofburg forschte, konnte zuletzt auch nicht mehr darüber feststellen, als dass sie früher wohl oft und an den meisten Stellen der Hofburg erschienen war, dass sie sich aber gegen Ende der Monarchie ziemlich rar gemacht hat." (APA)

Service

Gabriele Praschl-Bichler, Die Habsburger und das Übersinnliche, erschienen 2003 im Amalthea-Verlag, 200 Seiten, 19,90 Euro.

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Hofburg

  • Blick eines Unbekannten in den inneren Burghof der Hofburg.
    foto: standard/cremer

    Blick eines Unbekannten in den inneren Burghof der Hofburg.

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