Streik legt spanischen Fernsehsender Antena 3 lahm

3. Oktober 2003, 12:48
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Angestellte protestieren gegen Entlassung von 24 Prozent der Belegschaft

Aus Protest gegen die geplanten Massenentlassungen beim spanischen Fernsehsender Antena 3 veranstalten die Angestellten seit einigen Tagen verschiedene Kundgebungen und Aktionen, um auf ihre Situation aufmerksam zu machen. Am Mittwoch legten rund 90 Prozent der Belegschaft ihre Arbeit nieder, so dass außer den Nachrichtensendungen keine weiteren Live-Programme gezeigt werden konnten. Der Sender musste sich mit Aufzeichnungen und Lückenfüllern behelfen.

Bestrafung

Bereits am Montag störten 19 Redakteure und Techniker mit Transparenten ein Live-Interview mit Spaniens Arbeitsminister Eduardo Zaplana, um gegen die Entlassung von 390 Angestellten zu protestieren. Hierbei handelt sich um rund 24 Prozent der gesamten Belegschaft. Des Weiteren plant die Geschäftsführung zur Senkung der Kosten auch die Zusammenarbeit mit 300 freien Mitarbeitern zu beenden. Was am Freitag und am Wochenende passieren wird, wollte ein Sprecher der streikenden Angestellten noch nicht verraten. Doch kritisierte er die Geschäftsführung, welche die 19 Angestellten, die das Interview mit Zaplana gestört haben, stark unter Druck setzt und mit Bestrafungen gedroht habe.

Die Geschäftsführung des Senders rechtfertigt die zukünftige Reduzierung der Belegschaft mit dem Verlust von 30 Mio. Euro im Jahr 2002 und einem Rückgang der Einschaltquoten um 2,1 Prozent seit 2000. Die Gewerkschaften und die Angestellten kritisieren den Einsparkurs des Senders und entgegnen, Antena 3 sei derzeit nicht rentabel, da man sich mit dem Kauf des Radiosenders Onda Cero und der Übertragungsrechte für die Fußballweltmeisterschaft 2002 in Korea und Japan übernommen habe. (APA)

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