Erste-Chef Treichl fordert Flattax

28. September 2003, 20:41
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Geplante Steuerreform "bei weitem nicht genug" - Fühlt sich in Sachen Lombardklub "völlig unschuldig"

Wien - Erste Bank-Generaldirektor Andreas Treichl hält die von der Regierung geplante große Steuerreform für "bei weitem nicht genug". Deshalb sei es auch "nicht so wichtig, ob sie 2004 oder 2005 kommt", sagte er Freitag in der "ZiB 2". Treichl bekräftigte seine jüngste Forderung nach Einführung der Flattax: Angesichts der EU-Erweiterung und der ehrgeizigen Steuerreformen in den osteuropäischen Nachbarländern wären auch in Österreich einschneidende Maßnahmen im Steuerbereich nötig, meinte Treichl, der in den 90-er Jahren Finanzreferent der ÖVP war.

In Sachen "Lombardklub" fühlt sich der Erste Bank-General "völlig unschuldig". Das Angebot der Staatsanwaltschaft, die Sache mit einer Geldbuße von 50.000 Euro im Rahmen der Diversion zu erledigen, habe er angenommen, "weil es meinem Institut schaden würde, wenn ichs nicht gemacht hätte". Er sei einer der ersten gewesen, die sagten, dass es natürlich Absprachen gegeben habe. "Aber das, was jetzt im Rahmen der Diversion geregelt wurde, hat damit überhaupt nichts zu tun. Das wird völlig falsch dargestellt und das ärgert mich", sagte er.

Nichts höfliches zu sagen

Näher dazu äußern wolle er sich nicht, "weil ich nichts dazu sagen kann, was höflich ist". Treichl soll nur ein einziges Mal kurz bevor die Treffen überhaupt endeten, an einem der umstrittenen Banker-Meetings im Wiener Hotel Bristol teilgenommen haben.

Zur Voest-Privatisierung meinte Treichl, das Ergebnis sei "OK". Unter den gegebenen Umständen sei es eine "gute Privatisierung" gewesen. Allerdings seien "die Begleitumstände absolut verzichtbar" gewesen. "Ich hoffe, dass man daraus gelernt hat und soetwas in der Form nicht wieder macht." (APA)

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