FC Kärnten knapp an Sensation vorbei

15. Oktober 2003, 13:40
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Der Tabellenvorletzte der Bundesliga unterlag Feyenoord Rotterdam nach überraschender Führung schließlich doch mit 1:2

Rotterdam - Zum Abschluss der Europacup-Woche gab es für Österreichs UEFA-Cup-Quartett leider auch kein Erfolgserlebnis. Nachdem es am Mittwoch für Salzburg (0:1 gegen Udinese) und Austria (1:2 gegen Borussia Dortmund) Heimniederlagen setzte und auch der GAK (0:0 in Oslo gegen Vaalerenga) nicht überzeugen hatte können, gab es für den FC Kärnten am Donnerstag im Erstrunden-Hinspiel eine knappe 1:2-Auswärtsniederlage bei Feyenoord. Vor rund 30.000 Fans im De Kuip-Stadion von Rotterdam hatte Marijo Maric in der 56. Minute die Kärntner per Kopf sensationell in Führung gebracht, aber Dirk Kuyt (64.) und Thomas Buffel (77.) sorgten noch für den Favoriten-Sieg des Gastgebers.

Aufstiegschancen intakt

Vor dem Rückspiel am 16. Oktober (20:30/Wörthersee-Stadion) in Klagenfurt hat der derzeitige Tabellen-Neunte der T Mobile-Bundesliga aber auf Grund des Auswärtstores intakte Aufstiegs-Chancen.

Abgespeckter UEFA-Cup-Sieger

Die Niederländer waren 2002 noch UEFA-Cupsieger und hatten 1970 mit dem rot-weiß-roten Duo Ernst Happel (Trainer) und Franz Hasil sogar Europacup der Meister und Weltcup erobert. Davon war aber in jenem Stadion, wo Österreichs Nationalmannschaft in der EM-Qualifikation gegen die Oranjes am 6. September eine 1:3-Niederlage kassiert hatte, lange Zeit nur wenig zu merken. Obwohl mit Zoetebier, van Wonderen, Paauwe, Ono und dem in der Pause für den Japaner eingewechselten van Persie noch fünf Mann vom UEFA-Cup-Finalsieg gegen Borussia Dortmund im Mai des Vorjahres dabei waren, erinnerte nicht mehr viel an den damaligen Triumph.

Kärntner auf Nummer sicher

Die Kärntner, die mit Hieblinger (gesperrt) und Vorderegger (Bandscheibenprobleme) auf zwei Standard-Verteidiger verzichten mussten, vertrauten auf eine verstärkte Vierer-Abwehr und gingen zunächst auf Nummer Sicher. Die Gastgeber kamen nur selten druckvoll nach vorne und taten sich schwer zu Chancen zu kommen. Ein harmloser Schuss von Ex-Austria-Wunschspieler Schreuder (14.), eine Doppelchance für Buffel und Ono nach einer Unsicherheit in der Kärnten-Defensive (22.), ein Schlenzer von Kuyt, den Goriupp am Eck vorbeidrehte (32.) und ein Schreuder-Freistoß (43.) waren die ganze Ausbeute.

Kärntner offensiver

Österreichs Cupfinalist aber vertraute nicht nur auf Defensive, sondern suchte auch den Weg in die Offensive. Ein Bubalo-Drehschuss (11.), ein Maric-Volley (15./knapp am Tor vorbei), ein Hota-Rückzieher (23.) und ein Schuss von Kolvidsson (37.) sowie ein Kogler-Eckball (45.) hätten sogar die Führung bringen können. Die in der Meisterschaft zuletzt wenig überzeugenden Klagenfurter zeigten tollen Einsatz und ein ambitioniertes Auftreten auf internationaler Ebene.

Topsensation lag in der Luft

Während FC-Kärnten-Präsident Haider auf der Tribüne zufrieden dreinblickte, war bei Feyenoord-Vorsitzender Jorien van den Herik nur ein versteinerter Gesichtsausdruck zu sehen. Nach dem Wechsel lag dann kurz sogar die Top-Sensation in der Luft, als Maric per Kopf nach Jovanovic-Eckball für die gar nicht unverdiente Führung sorgte (56.). Nach einem Eckball von van Persie kamen die Hausherren jedoch wenig später durch Kuyt zum Ausgleich (64.) und Buffel sorgte nach Vorarbeit des eingewechselten Lazovic doch noch für den Favoriten-Sieg (77.). (APA)

Hinspiel 1. Runde:

  • Feyenoord Rotterdam - FC Kärnten 2:1 (0:0)
    De Kuip-Stadion, 30.000, Kenneth William Clark (Schottland). Rückspiel am Donnerstag, 16. Oktober in Klagenfurt.

    Torfolge:
    0:1 (56.) Maric (Kopfball)
    1:1 (64.) Kuyt
    2:1 (77.) Buffel

    Feyenoord: Zoetebier - Song, van den Berg, Paauwe, Snoyl - Ono (59. Lazovic), van Wonderen, Schreuder, Pardo (46. van Persie) - Kuyt, Buffel

    FC Kärnten: Goriupp - Papac - Jovanovic, W. Kogler, Schellander - Zafarin (89. Kabat), Hota, Kolvidsson, Höller - Maric (92. Kampel), Bubalo (71. Ambrosius)

    Gelbe Karten: Paauwe bzw. Maric

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      Marijo Maric ließ die Anhängerschaft von Feyenoord Rotterdam verstummen. Der Kärnten-Stürmer schockte mit dem Führungstor.

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      Ausgleichs-Torschütze Dirk Kuijt nahm die Gratulationen von Teamkollegen Robin van Persie (li) entgegen.

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