Israelische Luftwaffe entlässt kritische Piloten

28. September 2003, 18:32
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Sieben müssen die Armee verlassen, die 20 anderen Dienstverweigerer erhalten Flugverbot

Jerusalem - Die israelische Luftwaffe entlässt mehrere Kampfpiloten, weil sie Angriffe auf zivile Ziele in den Palästinensergebieten verweigerten. Sieben der 27 Unterzeichner einer entsprechenden Erklärung dürften nicht mehr fliegen und müssten die Armee verlassen, sagte ein Militärsprecher am Donnerstag. Die übrigen 20 seien von ihren Tätigkeiten suspendiert worden.

Am Mittwoch hatten die 27 Piloten in einem offenen Brief an den Luftwaffenchef Dan Halutz erklärt, dass sie nicht länger "illegale und unmoralische Befehle befolgen" wollten und künftig nicht mehr an Luftangriffen gegen zivile Ziele im Westjordanland und im Gazastreifen teilnehmen würden.

"Messer in den Rücken" der israelischen Demokratie

Die Aktion löste ein heftiges politisches Echo in Israel aus: In einem Brief an die Offiziere beschuldigte Halutz die Unterzeichner der Petition, "den Kämpfern und der israelischen Demokratie ein Messer in den Rücken gestoßen zu haben". Ministerpräsident Ariel Sharon warnte die Angehörigen der Luftwaffe davor, sich in politische Angelegenheiten einzumischen.

Es ist das erste Mal, dass Angehörige der israelischen Luftwaffe Militäreinsätze auf palästinensischen Gebiet ablehnen. Israel hatte in den vergangenen Monaten mit gezielten Luftangriffen mehrere radikalislamische Palästinenserführer getötet. Dabei kamen wiederholt auch Zivilisten ums Leben. (APA)

  • Israelische Piloten vor dem Flugzeugmuseum im Dezember 2002. In einem Brief weigerten sich nun 27 israelische Piloten, dicht bevölkerte zivile Zentren in Palästina anzufliegen. Sie sollen entlassen werden.
    foto: reuterstsafrir abayov

    Israelische Piloten vor dem Flugzeugmuseum im Dezember 2002. In einem Brief weigerten sich nun 27 israelische Piloten, dicht bevölkerte zivile Zentren in Palästina anzufliegen. Sie sollen entlassen werden.

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