"Großes persönliches Anliegen"

10. Oktober 2003, 11:50
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Reaktionen: Ferrero-Waldner erfreut über Freispruch - Prammer ist "sehr erleichtert"

New York/Wien - Außenministerin Benita Ferreo-Waldner (V) hat am Donnerstag erfreut über den Freispruch der zum Tod durch Steinigung verurteilten Nigerianerin Amina Lawal (31) reagiert. Am Rande der UNO-Vollversammlung in New York sagte die Außenministerin: "Der Freispruch von Amina Lawal von ihrer entsetzlichen Strafe ist mir persönlich ein großes Anliegen gewesen. Auf meine Initiative haben letztes Jahr die Außenministerinnen bei ihrem jährlichen Treffen am Rande der UN-Generalversammlung einen Brief mit einer Petition für Amina Lawal an den nigerianischen Außenminister unterzeichnet."

Im Rahmen ihrer Kontakte mit den Führern der islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich habe sie erreicht, "dass sich auch diese für Amina Lawal eingesetzt haben. Es freut mich, dass ich mit dem gezielten Einsatz der Außenpolitik zur Rettung Amina Lawals beitragen konnte. Ich werde mich auch weiterhin weltweit für die Menschen- und Frauenrechte einsetzen, und auch die Situation der Menschenrechte der Frauen in Afrika besonders beobachten", so Ferrero-Waldner.

Prammer zu Steinigungsprozess: "Bin sehr erleichtert"

SPÖ-Bundesfrauenvorsitzende Barbara Prammer zeigte sich indes "sehr erleichtert darüber, dass Amina Lawal ihren Berufungsprozess gewonnen hat". Das zeige, so Prammer, wie wichtig die internationale Unterstützung in dieser Causa war. "Ich begrüße sehr, dass offensichtlich das Einsehen in die Priorität der Menschenrechte, die auch Frauenrechte sind, zu diesem Urteil geführt hat", so Prammer, die abschließend dazu aufrief, dass alle, die sich für Amina Lawal eingesetzt haben, für ein weltweites Verbot von Steinigung sowie der Todessstrafe im Allgemeinen eintreten sollen. "Keine Frau der Welt darf zur Steinigung verurteilt werden. Gegen diese Rechtspraxis muss mit Vehemenz angegangen werden." (APA/red)

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