BASF: F 500 macht Mehltau den Garaus

1. Oktober 2003, 12:01
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Ludwigshafen - BASF hat ein Pflanzenschutzmittel nach natürlichem Vorbild entwickelt, das flexibel gegen viele Schadpilze einsetzbar sein soll. Wie das Unternehmen heute, Donnerstag, mitteilte, kann der Wirkstoff F 500 im Wein-, Gemüse-, Obst- und Getreideanbau eingesetzt werden.

F 500 ist ein Fungizid und richtet sich speziell gegen Pilze. Der Wirkstoff wurde einer Substanz nachempfunden, die der Kiefernzapfenrübling produziert. Mit Strobilurin A wehrt der Pilz Konkurrenten ab. Weil dieser natürliche Abwehrstoff sehr lichtempfindlich ist, haben die BASF-Forscher ihn nachgebildet und eine neue Wirkstoffklasse entwickelt. Der Stoff F 500 unterbricht die Energieerzeugung der Schadpilze und soll sie dadurch schon in kleinen Mengen erfolgreich bekämpfen. Sporen und Pilzgeflecht sterben schließlich ab. "Dank seiner Aktivität setzt dieser Wirkstoff neue Maßstäbe in Wirkungssicherheit und Wirkungsstärke", sagte Michael Ceranski, Leiter des Fungizidmarketings.

Anspruch

Besonders fürchten Weinbauern und Landwirte den Befall der Ernte durch Mehltau. Diese Pilze können Ertrag und Qualität stark beeinträchtigen. Pflanzenschutzmittel sollen zwar schnell und nachhaltig wirken, müssen aber ökologisch verträglich sein und dürfen möglichst keine Nebenwirkungen haben. Laut BASF entspricht der Wirkstoff F 500 diesen Anforderungen. Weintrinker sollen auch keine Beeinträchtigungen durch das Pflanzenschutzmittel fürchten müssen. Negative Auswirkungen auf die Gärung des Mosts oder auf den Geschmack des Weins soll es nicht geben.

BASF verspricht sich von F 500 ein Umsatzpotenzial von 300 Mio. Euro im Jahr. Das Fungizid soll in Europa, später auch in Süd- und Nordamerika auf den Markt kommen. Das Unternehmen sieht in der Wirkstoffklasse der Strobilurine ein Potenzial für weitere Entwicklungen. (pte)

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