Freier Uni-Zugang für alle EU-Bürger bringt Probleme

8. Oktober 2003, 16:02
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Rektorenchef fürchtet Kapazitätsprobleme an den Unis und schlägt Hürden innerhalb des Studiums vor - mit Info-Grafik

Wien - Der rigidere Hochschulzugang für Ausländer in Österreich werde - zumindest was die EU-Bürger betrifft - nicht aufrechtzuerhalten sein. Dies werde die hohen Schulen aber vor neue Kapazitätsprobleme stellen, sagte Rektorenchef Winckler donnerstags am Rande einer Feier zu seinem 60. Geburtstag.

Ein Verfahren beim Europäischen Gerichtshof läuft. Aufgrund der EU-Erweiterung werde der Druck weiter steigen. "Warum sollte nicht ein EU-Bürger aus Bratislava in Wien studieren wollen", fragt Winckler. Bisher durften in Österreich nur jene inskribieren, die auch in ihrem Heimatland einen Studienplatz nachweisen können. Damit schützte man sich zum Beispiel vor einem Ansturm deutscher Hörer, die aufgrund des dortigen Numerus clausus Probleme haben. Das wird wohl fallen.

Winckler schlägt nun vor, innerhalb des Studiums Hürden zu schaffen, die sich sowohl nach der Kapazität der einzelnen Studien als auch nach der Begabung der Studenten richten sollen. Der Zugang solle hingegen liberal bleiben. Die österreichischen Universitäten erfreuen sich schon jetzt bei ausländischen Studenten großer Beliebtheit. Zwölf Prozent sind Nichtösterreicher, je 20 Prozent davon kommen aus Italien und Deutschland.

Zu den vom Bildungsministerin noch für heuer versprochenen 15 Millionen Euro für die Unis sagte Winckler: Diese reichten gerade aus, "um aus den Liquiditätsengpässen herauszukommen." (APA/DER STANDARD, Printausgabe, 26.9.2003)

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    Rektorenchef Georg Winckler sieht die nächste Debatte über den freien Hochschulzugang kommen.

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    Ausländische Studenten in Österreich

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