Ewiges Hin und Her um die "Prozente"

6. Oktober 2003, 20:11
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Rabatte und andere Zuckerln beim Autokauf - In Zeiten der Überproduktion lastet der Verkaufsdruck komplett auf den Schultern der Händler

"Wie viel Prozent geben S' mir da drauf?" Der durchschnittliche Österreicher mag lange nicht so preisfixiert sein wie der Deutsche. Aber beim Autokauf sind die "Prozente", sprich: der gewährte Abschlag vom Listenpreis, nicht selten das Um und Auf beim Autokauf. Das übliche Prozedere ist, dass man sich ein bestimmtes Modell aussucht, zu verschiedenen Händlern wandert und die Angebote gegeneinander ausspielt.

Ein Händler bekommt eine so genannte Spanne gewährt, das ist die Differenz zwischen dem "unverbindlich empfohlenen Listenpreis" und dem Betrag, der dem Importeur zu überweisen ist. Lange Zeit üblich waren Spannen um die 15 Prozent, je nach Modell und Marke. Zusätzlich kassiert er Bonifikationen, wenn er etwa das vereinbarte Jahresziel im Verkauf erreicht oder überschreitet. Wie viel von der Spanne der Händler behält, um die Kosten zu decken, oder wie viel er dem Kunden mittels Rabatt gibt, ist Sache des täglichen Verkaufsgeschicks. In den heutigen Zeiten der Überproduktion von Automobilen lastet der Verkaufsdruck komplett auf den Schultern der Händler.

Deswegen lassen sich die Importeure seit Jahren Aktionen einfallen, um Rabatte zu vermeiden. Ein Beispiel sind die seit Mitte der 90er-Jahre regelmäßig auftauchenden "Eintauschprämien" für Gebrauchtwagen. Ford hat etwa gerade Derartiges laufen (2000 Euro für den alten Kübel beim Kauf eines Neuwagens). Opel "zahlt die NoVA", was nichts anderes heißt, als dass beim Kauf gewisser Modelle ein Rabatt in Höhe der Normverbrauchsabgabe drinnen ist - bei Kleinwagen nur im einstelligen Prozentbereich, daher oft niedriger als die Prozente, die ein geschickter Käufer herauszureißen vermag. (szem/DER STANDARD Print-Ausgabe, 26.9.2003)

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