Neues Institut für Quantenoptik und Quanteninformation in Innsbruck

3. Oktober 2003, 20:34
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Zur Ergänzung der universitären Forschung

Innsbruck/Wien - Die Gründung eines neuen Instituts für Quantenoptik und Quanteninformation (IQOQI) unter dem Dach der Akademie der Wissenschaften (ÖAW) in Kooperation mit den Universitäten Innsbruck und Wien ist am Freitag in Innsbruck bekannt gegeben worden. Insgesamt fünf Forschungsgruppen werden an den zwei Standorten Innsbruck und Wien arbeiten, erklärte ÖAW-Präsident Werner Welzig bei einer Pressekonferenz in der Tiroler Landeshauptstadt.

Das Forschungsgebiet der Quanteninformation befasst sich mit der quantenmechanischen Speicherung und Verarbeitung von Informationen, erklärte Univ.-Prof. Rainer Blatt, designierter Direktor des neuen Instituts. Die Hinwendung der Quantenphysik zur Informationstechnologie verheiße für die Zukunft viel versprechende Anwendungen wie die Entwicklung von Quantencomputern, von Quantenkryptographie oder Quantenmesstechnik. In der Quantenoptik würde man auf kontrollierte Weise Lichtquanten (Photonen) mit Atomen in Wechselwirkung bringen, erklärten die Wissenschafter auf der Pressekonferenz.

Welzig: Internationale Spitzenposition

In den vergangenen zehn Jahren hätten österreichische Forschungsgruppen an den Universitäten Innsbruck und Wien eine internationale Spitzenposition im Bereich der Quantenoptik und Quanteninformation erreicht, sagte Welzig, der von einem "großen Tag für die österreichische Wissenschaft" sprach. Mit der Institutsgründung sollen "Stärken gestärkt" werden, die Standort übergreifende Kooperation zwischen Akademie der Wissenschaften, und den Unis Wien und Innsbruck bezeichnete Welzig als "bemerkenswert".

Das Institut für Quantenoptik und Quanteninformation werde eine vom Rat für Forschung und Technologieentwicklung zugesprochene Förderung von zehn Millionen Euro für drei Jahre erhalten, erklärte Bundesministerin Elisabeth Gehrer (V). Zudem würden das Land Tirol und die Stadt Innsbruck drei Millionen zur Finanzierung beisteuern. Die Universitäten Innsbruck und Wien würden sich an den Personalkosten beteiligen.

Forschungsergänzung

Das Institut für Quantenoptik und Quanteninformation soll die universitäre Forschung ergänzen, sagte Blatt. Der Innsbrucker Standort des Instituts umfasse insgesamt vier Forschungsgruppen um die Universitätsprofessoren Blatt, Rudolf Grimm, Hans Briegel und Peter Zoller. Die Forschungsgruppe um Univ.-Prof. Anton Zeilinger werde in Wien arbeiten. (APA)

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