Zusammenhang von Krebs bei Kind und Mutter

8. Oktober 2003, 11:17
posten

These: Hormoneller Austausch während der Schwangerschaft

Manchester - Wissenschaftler des Royal Manchester Children's Hospital haben nachgewiesen, dass die Krebserkrankung des Kindes das Brustkrebsrisiko der Mutter erhöht. Je jünger das Kind bei der Diagnose war, desto höher ist auch das Risiko für die Mutter. Das Risiko erhöhte sich weiter, wenn das erkrankte Kind männlich war. Verantwortlich dürften laut BBC genetische Mutationen bei Mutter und Kind sowie hormonelle Veränderungen während der Schwangerschaft sein.

Bei allen Teilnehmerinnen einer Studie waren 95 Fälle von Brustkrebs diagnostiziert worden. Erwartet hatten die Forscher rund 73. Bei Frauen, deren Kinder mit weniger als fünfeinhalb Jahren an Krebs erkrankten, litten 51 Frauen an Brustkrebs. Ausgegangen wurde von 34 Fällen. Bei Müttern von Buben standen 64 Erkrankungen 40 statistisch zu erwartenden gegenüber. Vom Großteil der Brustkrebserkrankungen waren Frauen vor der Menopause betroffen.

Hypothese

Die leitende Wissenschaftlerin Jillian Birch geht davon aus, dass diese Ergebnisse auf Ereignisse während der Schwangerschaft hinweisen, die das Brustkrebsrisiko beeinflussen. "Diese Mütter waren bei der Erkrankung unerwartet jung." Mutationen des Gens p53 wurden bereits sowohl bei jungen Frauen als auch bei Kindern als krebsrisikosteigernd identifiziert. Birch geht jedoch davon aus, dass weitere Gene eine Rolle spielen. "Unser Hypothese beruht darauf, dass die genetische Mutation bei Mutter und Kind vorhanden ist. Der hormonelle Austausch während der Schwangerschaft beeinflusst in der Folge das Krebsrisiko der Mutter."

Untersucht wurden die Daten von 2.604 Kindern, bei denen mit weniger als 15 Jahren entweder Lymph-, Gehirn-, Leber- oder Nierenkrebs diagnostiziert wurde. Für den Zeitraum zwischen 1954 und 2000 wurde das Kinderkrebsregister des Nordwesten Englands ausgewertet. Die Mütter waren bei der Geburt zwischen 20 und 50 Jahre alt. Der zu erwartenden Krebsrate bei Frauen dieser Altersgruppe wurde die Anzahl der tatsächlichen Erkrankungen gegenübergestellt. Das Team präsentierte seine Ergebnisse kürzlich bei der European Cancer Conference in Kopenhagen. (pte)

Share if you care.